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Landesparteirat in Essen am 8. Oktober 2011
Mit dem GRÜNEN Bus am 18. Dezember zur Demo nach Ahaus
Shop around the clock – Einkaufen rund um die Uhr: Das ist derzeit in Nordrhein-Westfalen gesetzlich überall möglich. Seit 2006 können wir abends ohne Grenze und immer öfter auch sonntags einkaufen. Sind wir damit im Shopping-Paradies angekommen? Wollen wir überhaupt, dass Konsum im Einzelhandel rund um die Uhr möglich ist? Und wie hat sich das Gesetz auf die Beschäftigten und auf kleinere Geschäfte ausgewirkt?
Macht Mal Laut - Landesweites Frauenforum am 1. und 2. April 2011 in Aachen
100 Jahre Frauentag - Die letzten 100 Jahre im Zeitstrahl

Macht Mal Laut

Landesweites Frauenforum von Bündnis 90/Die Grünen NRW am 1. und 2. April 2011

"forum M" • Buchkremerstraße 1-7 • 52062 Aachen

Macht Mal Laut

Die zentrale, zweitägige Veranstaltung des grünen Landesverbandes zum 100. Jahrestag des Internationalen Frauentages war ein voller Erfolg. Das Fazit: Es gibt noch einiges zu tun auf dem Weg zu einer gleichberechtigten Gesellschaft.

Norwegen habe durchweg gute Erfahrungen mit der Einführung einer Geschlechterquote für die Besetzung der Aufsichtrats- und Vorstandssitze der Unternehmen gemacht, führte Merete K. Wilhelmsen, die Gesandte der kgl. Norwegischen Botschaft, am Freitagabend aus. Nicht nur Frauen, sondern zunehmend auch Männer nähmen die Qualifizierungsangebote zur Aufsichtsratsarbeit an, so dass das Niveau insgesamt steige: „Ich bin immer noch gegen die Quote, aber die Folgen finde ich gut“, zitierte Wilhelmsen einen deutschen Unternehmer. Gegen die Argumente für die Quote von Emanzipationsministerin Barbara Steffens, Marion Moss von der „Nürnberger Resolution“ und der Aachener Bürgermeisterin Hilde Scheidt hatte Michael F. Bayer von der IHK Aachen keine Chance - er sprach sich für die freiwillige Selbstverpflichtung aus.

Parité statt Fraternité

Der Zusammenhang zwischen einer Frauenquote für Aufsichträte einerseits und für Parlamente andererseits wurde am Samstag deutlich. Prof. Dr. Silke Ruth Laskowski legte dar: Der durchschnittliche Bundestagsabgeordnete ist männlich und 49 Jahre alt, er macht also Gesetze nach seinem (Vor)Verständnis. Solange es keine Quote gebe, werde es z.B. kein Entgeltgleichheitsgesetz geben, da Männer davon nicht profitieren.

Ein Paritätsgesetz für Deutschland ist nicht nur nicht verfassungswidrig, sondern verfassungsrechtlich sogar geboten - durch Artikel 3 Absatz 2 Satz 2 Grundgesetz, in dem es heißt:

"Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin."

Das französische Parité-Gesetz, das seit 2000 in Kraft ist und zur Erhöhung des Frauenanteils in den Parlamenten auf allen Ebenen geführt hat, bietet sich als Vorbild für Deutschland deshalb an, weil in ihm sowohl die Quotierung von Wahllisten als auch die Quotierung von Wahlkreisen geregelt sind.

2008 hat Frankreich die Förderung des gleichen Zugangs von Frauen und Männern zu den Führungspositionen im beruflichen und sozialen Bereich zusätzlich in die Verfassung aufgenommen. Die grüne Senatsabgeordnete Claudia Niessen führte aus, dass Belgien mit der Frauenquote für Parlamente ebenfalls gute Erfahrungen gemacht habe und aktuell ein Gesetz plane, das eine Frauenquote für börsennotierte und für öffentliche Unternehmen festlegt.

Dr. Elke Wiechmann, die über die Unterrepräsentanz von Frauen in der Kommunalpolitik referierte, unterstrich die Bedeutung eines Paritätsgesetzes, das Parteien dazu motivieren würde, Strategien zur Gewinnung und Qualifizierung von Frauen zu entwickeln. Die grüne Bundestagsabgeordnete Monika Lazar und die Staatssekretärin Marlis Bredehorst sprachen sich beide für klare gesetzliche Quoten aus und dafür, die Erfahrungen anderer Länder in die Gesetzgebung mit einzubeziehen, um mögliche Schlupflöcher von vornherein zu vermeiden.

Die wollen nur spielen?

Die Vorstandsfrauen der Grünen Jugend NRW, Marie Dazert, Johanna Jurczyk und Natalie Kajzer, luden die Teilnehmerinnen dazu ein, Antworten auf die Fragen „Die wollen doch nur spielen, später kommen die eh nicht weiter – wozu der Aufwand?“, „Frauenförderung? Ich schaffe das auch alleine und brauche keine Sonderbehandlung!“ und „Und was ist mit den Jungs?“ zu geben. Alle waren sich einig, dass sowohl die Grüne Jugend als auch die Altpartei gezielte Angebote für (junge) Frauen machen müssen und dabei auch gut zusammenarbeiten können. Außerdem sollten beide Geschlechter Gender-sensibilisiert werden.

Platz da für Vielfalt

Der durchschnittliche Bundestagsabgeordnete ist männlich, 49 Jahre alt – und hat keine Migrationsgeschichte. Die abschließende Runde widmete sich der Frage, wie mehr Migrantinnen für politisches Engagement gewonnen werden können. Die Journalistin Kübra Gümüsay schrieb allen Parteien ins Stammbuch, dass Integration von gestern sei, politische Partizipation dagegen das Mittel der Wahl. Es gelte, Migrantinnen nicht als Problem sondern als Teil der Lösung anzusehen.

Die Erziehungswissenschaftlerin Gülsen Sevdiren beschrieb, wie die interkulturelle Öffnung von Parteien über die Zusammenarbeit mit Migrantenselbstorganisationen gelingen kann. Die hessische grüne Landtagsabgeordnete Mürvet Öztürk und die grüne Ratsfrau Arzu Durmus aus Bergneustadt stimmten in ihrer Ablehnung einer Migrantenquote überein, denn sie führt dazu, dass man sich zurücklehnt, sobald sie erfüllt ist. Migrantinnen können auf informellem Weg – über Mentoring, lockere Runden und Vernetzungstreffen – und darüber, Integrationsräte und –ausschüsse als politisches Übungsfeld zu nutzen, motiviert und qualifiziert werden, sich politisch für ein Thema ihrer Wahl zu engagieren. Das kann, muss aber nicht Migrations- und Integrationspolitik sein.

Freitag

Freitag, den 1. April, von 19:30-21:00 Uhr

"Spitzenaussichten für Frauen" - Mehr Frauen in die Aufsichtsräte

Podiumsdiskussion mit

  • Ministerin Barbara Steffens
    (Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW)
  • Gesandte Merete K. Wilhelmsen
    (Leiterin der Politischen Abteilung der Königlichen Norwegischen Botschaft in Deutschland) 
  • Marion Moss
    (Aachener Regionalgruppe "Nürnberger Resolution")
  • Dipl.-Ing. Michael F. Bayer
    (stellvertretender Hauptgeschäftsführer IHK Aachen) 
  • Moderation: Hilde Scheidt
    (Grüne Bürgermeisterin Aachen)

Alle interessierten Frauen und Männer sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Samstag

Samstag, den 2. April, von 10:00-17:00 Uhr

Hinweis: Das Frauenforum am Samstag ist nur für Frauen.

Das Programm

10:00 UhrAnkommen

10:30 Uhr

Begrüßung durch die Sprecherinnen der LAG Frauenpolitik Judith Hasselmann, Hasret Karacuban und Ulle Schauws

Grußwort der Landesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen NRW Monika Düker

Poetry Slam mit Özlem Tasel

10:45 Uhr

"Parité statt Fraternité" – Mehr Frauen in die Parlamente

Inputs und Podiumsdiskussion mit

  • Prof. Dr. Silke Laskowski
    (Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht Uni Kassel)
  • Dr. Elke Wiechmann
    (Soziologin Uni Hagen)
  • Claudia Niessen
    (Grüne Abgeordnete im Belgischen Senat)
  • Monika Lazar
    (Grüne Bundestagsabgeordnete)
  • Marlis Bredehorst
    (Staatssekretärin im Emanzipationsministerium NRW)
  • Moderation: Alexandra Schmitz
    (Sozial- und Genderpädagogin)

anschließend Diskussion in kleinen Runden

12:45 Uhr

Mentoring-Talk mit Linda Michalek
(Heinrich Böll Stiftung NRW)

13:15 Uhr

Mittagspause

14:15 Uhr

"Die wollen nur spielen?" - Mehr junge Frauen in die Politik

  • Marie Dazert
    (Sprecherin der Grünen Jugend NRW)

 

15:15 Uhr

"Platz da für Vielfalt" - Mehr Migrantinnen in die Politik

Input und Podiumsdiskussion mit

  • Kübra Gümüsay
    (Freie Journalistin)
  • Gülsen Sevdiren
    Erziehungswissenschaftlerin
  • Mürvet Öztürk
    (Grüne Landtagsabgeordnete Hessen)
  • Arzu Durmus
    (Grüne Stadträtin Bergneustadt)
  • Moderation: Verena Schäffer
    (Grüne Landtagsabgeordnete NRW)

 

16:45 Uhr

Abschlussrunde

17:00 Uhr

Ende der Veranstaltung

ReferentInnen

Die ReferentInnen am Freitag

Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW

Barbara Steffens ist Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter in Nordrhein-Westfalen.

1962 in Düsseldorf geboren, studierte sie zunächst Kunstgeschichte, Politik, Afrikanistik und Romanistik in Trier und Köln, anschließend absolvierte sie eine Ausbildung zur biologisch-technischen Assistentin und ergänzte diese später um ein Chemiestudium.

Seit 1989 ist sie Mitglied von Bündnis 90/ Die Grünen. Sie arbeitete von 1992 bis 1994 als Politische Geschäftsführerin des Landesverbandes NRW und war anschließendvon 1994 bis 2000 seine Sprecherin. 2000 wechselte sie als Abgeordnete in den Landtag NRW und ist seit Juli 2010 Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW. 

„In Norwegen dürfen nur Unternehmen an die Börse, wenn sie eine Frauenquote von 40 Prozent in den Aufsichtsräten nachweisen. Diese Quote hätte ich auch gern in Deutschland.“

 

Merete K. Wilhelmsen, Gesandte der Politischen Abteilung der Kgl. Norwegischen Botschaft in Deutschland

Merete K. Wilhelmsen ist Gesandte und Leiterin der politischen Abteilung der Königlich Norwegischen Botschaft in Berlin.

1958 in Moss (Norwegen) geboren, studierte sie Politikwissenschaften, Massenkommunikation und Deutsch  an  der Universität Oslo. Im Anschluss arbeitete sie zunächst als Journalistin sowie als Öffentlichkeitsreferentin des Norwegischen Roten Kreuzes. 1990 wurde sie ins Norwegische Außenministerium berufen, wo sie sich hauptsächlich mit UN-Angelegenheiten befasste und von 1996 bis 1999 beriet sie das Ministerium in Angelegenheiten der Geschlechtergleichstellung. Merete Wilhelmsen war zudem Vorsitzende des UNIFEM Komitee in New York und Vorsitzende der OECD/DAC Arbeitsgruppe für Geschlechtergerechtigkeit. Von 1999 bis 2002 war sie erste Sekretärin der Kgl. Norwegischen Botschaft in Warschau und ist seit 2006 politische Abteilungsleiterin  der Kgl. Norwegischen Botschaft in Berlin.

"Eine demokratische Gesellschaft kann nicht verantworten, dass Tradition und Kultur tüchtige Menschen aufhalten, die nach oben und weiter wollen."

 

Marion Moss,  Aachener Regionalgruppe "Nürnberger Resolution"

Marion Moss ist Akademische Oberrätin a. D.

1945 in Weilburg/Lahn geboren, studierte sie an der RWTH Aachen Germanistik und Sportpädagogik mit Abschluss des 1. Staatsexamens. Das 2. Staatsexamen legte sie am Studienseminar in Essen ab. Anschließend folgte eine dreijährige Lehrtätigkeit am St.-Ursula Gymnasium in Aachen. Darauf arbeitete sie 33 Jahre lang als wissenschaftliche Beamtin an der RWTH Aachen, unter anderem 10 Jahre als Sportdozentin an der Pädagogischen Hochschule Rheinland, sowie weitere 10 Jahre beim Hochschuldidaktischen Zentrum der RWTH Aachen. Dort war sie als Leiterin des Medienzentrums und des Aus- und Weiterbildungsbereiches tätig. 13 Jahre lang war sie zudem stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der RWTH Aachen für die Gruppe des wissenschaftlichen Personals. Auch nach ihrer aktiven Zeit engagiert sich Marion Moss weiterhin für die gesellschaftliche Gleichstellung von Frau und Mann, u.a. auch als Sprecherin des Arbeitskreises ‚Nürnberger Resolution’ im ‚FrauenNetzWerk Aachen’.

"Gesetze schaffen Fakten: darum fordern wir die Quote! Wo Frauen führen, wachsen Frauen nach!"

 

Michael F. Bayer , stellvertretender Hauptgeschäftsführer IHK Aachen

1968 in Worms geboren, absolvierte er von 1989 bis 1995 sein Studium der Luft- und Raumfahrt an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen. Anschließend arbeitete er als Ingenieur am Centre National d’Etudes Spatiales in Kourou, Südamerika, an Startversuchen der ARIANE 5 Trägerrakete mit. 1996 folgte eine Anstellung als Referent bei der IHK-Aachen in der Abteilung Industrie, Technologie und Umweltschutz, wo er bereits als Mitglied der Geschäftsführung mitwirkte.

Von 1999 bis 2003 fungierte er als Geschäftsführer des IHK Juniorenkreises und hat seit 1999 ebenfalls die Geschäftsführung der Initiative „GründerRegionAachen“ inne. 2002 wurde er Geschäftsführer der IHK Aachen im Bereich Industrie, Technologie und Umweltschutz und fungiert seit 2007 als stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, sowie als Vorstandsmitglied des von ihm gegründeten IHK-Wirtschaftsclub.

"Die Diskussion um mehr Frauen für die Wirtschaft ist überfällig. Frauen bereichern und verbreitern Entscheidungsprozesse. Sie bringen neue Aspekte in das unternehmerische Denken hinein. Ebenso können wir es uns in Zukunft weniger denn je leisten, auf die Impulse gut ausgebildeter Frauen zu verzichten. Dafür müssen wir gerade diejenigen Frauen für den Arbeitsmarkt gewinnen, die bisher durch Familie und Kindererziehung belastet waren. Hier gilt es, die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern. Dies ist wichtiger und erfolgversprechender als eine reine Quote."

 

Moderation: Hilde Scheidt  (Grüne Bürgermeisterin in Aachen)

Hilde Scheidt ist Grüne Bürgermeisterin von Aachen.

1950 in Stolberg geboren, schloss sie zunächst eine Ausbildung zur Medizinisch technischen Angestellten ab. Seit 1994 ist sie Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Zunächst engagierte sie sich als sachkundige Bürgerin im Sozialausschuss von Aachen, 1999 wurde sie Mitglied des Stadtrates und ist seither jugendpolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion, bis 2009 arbeitete sie ebenfalls als sozialpolitische Sprecherin. Sie ist Mitglied des Integrationsrates und Parteivorstand von Bündnis 90/Die Grünen in Aachen. 2004 wurde sie zur Bürgermeisterin gewählt und hat dieses Amt seitdem inne.

"Frauen müssen sich trauen mit zu reden und sich zu engagieren.  Ihre Kompetenzen und Stärken  sind wichtig für eine erfolgreiche Politik."

 

Die ReferentInnen am Samstag

Begrüßung

Hasret Karacuban, Sprecherin der LAG Frauenpolitik

Hasret Karacuban ist eine der drei Sprecherinnen der Landesarbeitsgemeinschaft Frauenpolitik von Bündnis 90/Die Grünen NRW und persönliche Mitarbeiterin der frauenpolitischen Sprecherin der grünen Landtagsfraktion Verena Schäffer MdL. Außerdem ist sie Sprecherin des AK Grüne MuslimInnen NRW. Die thematischen Schwerpunkte der Kölner Soziologin liegen in den Bereichen Frauenpolitik, Religionspolitik und Migrationspolitik.

"Die politische Teilhabe und Repräsentanz von Frauen in der Politik ist weiterhin unzureichend. Um das zu ändern müssen wir über neue Instrumente diskutieren, mit denen das erreicht werden kann. Hierbei ist der Blick auf eine angemessene Beteiligung von Frauen mit unterschiedlichen sozialen, ethnischen, kulturellen und religiösen Identitätsmerkmalen besonders wichtig, da Frauen mit Migrationsgeschichte in der Politik nach wie vor deutlich unterrepräsentiert sind."

 

Ulle Schauws, Sprecherin der LAG Frauenpoltik

Ulle Schauws (44) - lebt mit ihrer Lebenspartnerin in Krefeld und ist als Medienwissenschaftlerin nach beruflichen Stationen in der Fernseh- und Filmbranche, bei SOS Kinderdorf u.a. jetzt als Fraktionsgeschäftsführerin für die Grünen im Rat unterwegs. Seit 2003 bei den Grünen und von Anfang an aktiv in der LAG Frauenpolitik, seit 2006 als Sprecherin, Delegierte für den Bundesfrauenrat – überzeugt und nach dem Motto: „still loving feminism“

"Ohne eine geschlechtergerechte Gesellschaft hat jedes Land ein Demokratiedefizit. Spannend ist, wie wir den Kurs bestimmen wollen - den, mit dem Frauen zur Macht segeln"

 

Monika Düker, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen NRW 

Monika Düker ist seit Juni 2010 Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in NRW.

1963 in Höxter geboren, lebt und arbeitet sie seit 1983 in Düsseldorf. Hier studierte sie erfolgreich Sozialpädagogik und arbeitete zunächst, von 1988 bis 1991, im Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt Düsseldorf und von 1992 bis 1996 beim Deutschen Jugendherbergswerk, Landesverband Rheinland. Anschließend verschlug es sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen NRW. Von 1999 bis 2000 war sie darüber hinaus als Regierungsangestellte für den damaligen Minister und stellvertretenden Ministerpräsident Michael Vesper im Ministerium für Bauen und Wohnen des Landes NRW tätig.

Monika Düker ist seit 1989 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen und war von 1989 bis 1999 Mitglied im Stadtrat Düsseldorf mit den Schwerpunkten Jugend- und Sozialpolitik. Von 1994 bis 1999 war sie für die Grünen in der Landschaftsversammlung Rheinland und dort Mitglied im Landesjugendhilfeausschuss. 2000 bis 2010 war sie innenpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und ist seit 2010 Vorsitzende des Innenausschusses. Als flüchtlingspolitische Sprecherin ist sie seit Juni 2000 durchgehend für die Grünen im Landtag von Nordrhein-Westfalen tätig. 

„Ich bin eine Quotenfrau - und das ist auch gut so“

 

"Parité statt Fraternité" – Mehr Frauen in die Parlamente

Prof. Dr. Silke R. Laskowski, Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht 

Prof. Dr. Silke Ruth Laskowski ist Professorin an der Universität Kassel und leitet dort das Fachgebiet: Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht mit Schwerpunkt Umweltrecht am Institut für Wirtschaftsrecht. Sie absolvierte ihr Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg und Hamburg, nach ihrer Promotion arbeitete sie im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin. Sie ist Mitglied der Kommission „Arbeits-, Wirtschafts- und Gleichstellungsrecht“ sowie der Kommission „Familienlastenausgleich“ des Deutschen Juristinnenbundes. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Umweltrecht, Antidiskriminierungsrecht, Grund- und Menschenrechte („Recht auf Wasser“) sowie Völker- und Europarecht.

"Ohne gleichberechtigte Parlamente, keine gleichberechtigten Gesetze!"

 

Dr. Elke Wiechmann, Soziologin

Dr. phil. Elke Wiechmann ist promovierte Soziologin und arbeitet derzeit als wissenschaftliche Angestellte am Institut für Politikwissenschaft an der FernUniversität Hagen. Zudem ist sie seit 2008 Lehrbeauftragte an der Bergischen Universität Wuppertal. Nach ihrem Studium der Wirtschaftswissenschaften und Soziologie arbeitete sie zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FernUniversität Hagen und nahm an der Universität Marburg an verschiedenen Forschungsprojekten teil. Sie war Beraterin im Netzwerk ‚Kommunen der Zukunft’. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen u.a. in den Bereichen Gender und  Gleichstellung, Partizipation, Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik sowie lokale Politikforschung.

"Parteien machen den feinen Unterschied! Die klar definierte Festlegung von hohen Quoten in den Parteien führt zu einer stärkeren Repräsentanz von Frauen."

 

Claudia Niessen, Abgeordnete im Belgischen Senat

Claudia Niessen, diplomierte Architektin und Städtebauerin aus dem ostbelgischen Eupen, ist seit 2000 Mitglied der belgischen Grünen, der ECOLO-Partei. 2010 wurde sie als erste Vertreterin der deutschsprachigen Gemeinschaft direkt in den belgischen Senat gewählt. Sie ist Mitglied der föderalen Ausschüsse „Inneres und Verwaltung“, „Auslandseinsätze der belgischen Armee“ und „Erörterung europäischer Fragen“. Besonders letztgenannte Kommission spiegelt Claudia Niessens Interesse für grenzüberschreitende Politik und Zusammenarbeit wider, der sie sich als Einwohnerin der Euregio Maas-Rhein verpflichtet fühlt. In Belgien garantiert seit zehn Jahren ein Gesetz paritätisch besetzte Wahllisten.

"Die politische Gleichstellung der Frau kann nur gelingen, wenn die Wählerinnen ihr zur Seite stehen!"

 

Monika Lazar, Bundestagsabgeordnete

Monika Lazar ist seit 2005 Mitglied des Bundestages für Bündnis 90/Die Grünen und seit 2009 frauenpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion.

1967 in Leipzig geboren, absolvierte sie zunächst erfolgreich ein Studium der Betriebswirtschaften und arbeitete anschließend in der elterlichen Bäckerei mit, in der sie zusätzlich eine Ausbildung zur Bäckerin abschloss.

Seit 1993 ist sie Mitglied von Bündnis 90/ Die Grünen. Von 1994 bis 1999 war sie bereits Fraktionssprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Markkleeberger Stadtrat und von 1997 bis 1998 Mitglied im sächsischen Landesvorstand. Seit 1998 ist Monika Lazar Direktkandidatin für den Bundestag in den Wahlkreisen Leipziger Land bzw. Stadt Leipzig.  In ihrer Funktion als Abgeordnete setzt sie sich als Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus besonders für den Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung ein. Seit 2009 ist sie zudem Mitglied des Ausschusses für Frauenpolitik und Mitglied im sächsischen Parteirat.

"Die Diskriminierung von Frauen hat viele Verliererinnen und Verlierer. Sie schadet den Unternehmen, der Wirtschaft und unserer Demokratie."

 

Marlis Bredehorst, Staatssekretärin im Emanzipationsministerium 

Marlis Bredehorst ist seit Juli 2010 Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW.

1956 in Hamburg geboren, studierte sie erfolgreich Rechtswissenschaften und Soziologie. Neben dem Aufbau des Frauenmusikzentrums Hamburg war sie als Lehrbeauftragte an der Universität Hamburg, der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung sowie der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg tätig. Beruflich engagierte sie sich in der Hamburger Arbeits-, Sozial- und Gesundheitsverwaltung sowie als Geschäftsführerin mehrerer Unfallversicherungsträger. Zuletzt war sie Dezernentin für Soziales, Integration und Umwelt der Stadt Köln. Seit 2003 ist sie Mitglied von Bündnis 90/ Die Grünen.

"Auch für Parlamente gilt: Nur eine konsequente Geschlechterquote gewährleistet die adäquate Beteiligung von Frauen."

 

Alexandra Schmitz, Sozial- und Genderpädagogin

Alexandra Schmitz, 37 Jahre alt, aufgewachsen im westfälischen Arnsberg. Nach ihrer Ausbildung zur Chemisch-Technischen-Assistentin ist sie nach Köln gezogen und hat Sozialpädagogik studiert. Im Anschluss war sie in der KjG (Katholische Junge Gemeinde) zuerst als Referentin für Geschlechterpädagogik, später als Bundesleiterin aktiv. Die KjG hat als einer der wenigen (Jugend-)Verbände die Parität auf allen Ebenen in Leitungsfunktionen und Gremien (in der Satzung) festgeschrieben.

Mitglied bei Bündnis 90/ Die Grünen ist Alexandra Schmitz seit 2009. Sie engagiert sich im Bereich der Frauen- und Europapolitik auf Landesebene und nimmt derzeit am Cross-Mentoring-Programm der Heinrich-Böll-Stiftung NRW teil.

"Quote hin oder her - gleiche Teilhabe der Geschlechter lässt sich nur durch Parität erzeugen."

 

Mentoring-Talk

Linda Michalek, Heinrich Böll Stiftung NRW 

Linda Michalek ist seit 2008 Bildungsmanagerin bei der Heinrich Böll Stiftung NRW.

1982 in Oberhausen geboren, studierte sie in Bonn politische Wissenschaft, Vergleichende Religionswissenschaft und Völkerrecht. Von 2006 bis 2008 war sie Beisitzerin im Landesvorstand der Grünen Jugend NRW und bis 2010 Mitglied des Frauen- und Genderrats der Grünen Jugend. In ihrer Arbeit bei der Heinrich Böll Stiftung NRW koordiniert sie Politikmanagement und ist in den Bereichen Jugend-, Frauen- und Genderpolitik als auch Integration/ Diversity tätig. Die Leitlinien Gerechtigkeit und echte demokratische Teilhabe prägen ihr Wirken.

"Als junge Feministin sage ich, wir emanzipierten Frauen und Männer müssen gemeinsam gegen die Mechanismen einer patriachal geprägten Welt vorgehen, in Politik, Wirtschaft und Privatleben. Eine Quote ist eine wirksame Brücke in eine solche Welt. Ebenso wie ein politisch/zivilgesellschaftliches Mentoring, das über Grenzen von Herkunft, Alter und Geschlecht hinweg emanzipierte Akteurinnen und Akteure stärkt."

 

"Die wollen nur Spielen?" – Mehr junge Frauen in die Politik

Marie Dazert, Johanna Jurczyk, Lisa-Marie Kühn, Natalie Kajzer, Landesvorstand der Grünen Jugend NRW

Die weibliche Hälfte des Landesvorstandes der Grünen Jugend NRW ist beim Grünen Frauenforum zu Gast, um aus erster Hand über ihre Situation als junge Frauen in der politischen Welt (Die, die eben nicht nur spielen wollen) zu berichten. Zu erwarten sind neben Zahlen und Fakten, wie das mit der Geschlechterverteilung beim politischen Nachwuchs so aussieht, die ganz persönlichen Erfahrungen junger Frauen in der Politik. Sprecherin Marie, Geschäftsführerin Johanna und die beiden Beisitzerinnen Natalie und Lisa-Marie sind vier junge, motivierte Frauen, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben auch andere junge Frauen für Politik zu begeistern und ihnen dabei zu helfen ihre Wege innerhalb der Grünen Jugend NRW zu gehen. Sie kennen die Schwierigkeiten, die Gründe und die Hilfestellungen, die es für ihre Mitstreiterinnen gibt um ihren Zielen näher zu kommen. Frauenförderung wird bei der Grünen Jugend groß geschrieben, denn auch in den eigenen Reihen gibt es noch Aufholbedarf!

"Eine tatsächliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie existiert bis heute nicht, weiterhin sind es gerade Frauen, die diese Doppelbelastung auf sich nehmen. Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern muss endlich in allen Lebensbereichen Wirklichkeit werden."

 

"Platz da für Vielfalt" – Mehr Migrantinnen in die Politik

Gülsen Sevdiren, Erziehungswissenschaftlerin

Die Erziehungswissenschaftlerin Gülsen Sevdiren ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Vergleichende Erziehungswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum.

Gülsen Sevdiren wurde 1977 in Bochum geboren. Ihr Magisterstudium der Germanistik und Erziehungswissenschaft absolvierte sie an der Ruhr-Universität in Bochum. In dieser Zeit  beschäftigte sie sich mit der internationalen und interkulturellen Dimension der erziehungswissenschaftlichen Theorie und empirischen Forschung. Im Anschluss an ihr Studium machte sie Erfahrungen in der migrationspädagogischen Praxis und blieb dem universitären Wissenschaftsbetrieb durch ihre Lehrtätigkeiten noch lange Zeit erhalten. Seit 2007 wird ihr Dissertationsprojekt Jugendverbandsarbeit im Kontext von kultureller Pluralität und Heterogenität. Eine Bestandsaufnahme der interkulturellen Öffnung  von der  der Friedrich-Ebert-Stiftung mit einem Graduiertenstipendium gefördert.

Forschungsinteressen: Migrationspädagogik, cultural studies, Nationale Bildungspolitik im internationalen Kontext

"Nicht neu ist, dass interkulturelle Öffnung politisch gewünscht und unterstützt wird. Die politischen Parteien vergessen dabei, dass sie sich als geschlossene Systeme auch selbst multiethnisch offener gestalten müssen, wenn sie den Anspruch gleichberechtigter Teilhabe eingelöst haben wollen."

 

Mürvet Öztürk, Grüne Landtagsabgeordnete Hessen

Mürvet Öztürk ist seit 2008 Mitglied des hessischen Landtages für Bündnis 90/Die Grünen.

1972 in Korschenbroich geboren, absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau, welches sie anschließend um ein Studium der Islamwissenschaften und Geschichte an der Universität Köln ergänzte. Während ihres Studiums vertiefte sie ihre Kenntnisse der arabischen Sprache und Geschichte im Libanon, Jordanien, Ägypten, Tunesien und pendelte bis 2004 berufsbedingt zwischen Deutschland und Istanbul hin und her. Seit 2001 ist sie Mitglied von Bündnis 90/ Die Grünen und Sprecherin für Integration, Migration und Petitionen der hessischen Landtagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen.

"Denn Integration muss auch in den Köpfen und in den Herzen der Menschen stattfinden. Dafür wird es einen langen Prozess brauchen. Es braucht aber auch ein entschlossenes gemeinsames Wirken."

 

Arzu Durmus, Grüne Stadträtin Bergneustadt 

Arzu Durmus ist seit 2009 Stadträtin in Bergneustadt für Bündnis 90/ Die Grünen. 

1974 in Bergneustadt geboren, absolvierte sie ihre schulische Ausbildung in Deutschland und an einem deutsch-türkischen Gymnasium in Izmir (Türkei). Nach ihrem Abitur an der höheren Handelsschule absolvierte sie eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau, welche sie in einem Abendstudium zur staatlich geprüften Betriebswirtin – Fachrichtung Tourismus – ergänzte. Zurzeit ist sie Leiterin der Geschäftsstelle des Grünen Kreisverbandes und der Kreistagsfraktion in Oberberg. Sie ist Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaften „Einwanderer“ und „Frauen“. Zudem engagiert sie sich als Initiatorin im deutsch-türkischen Freundeskreis Bergneustadt (für den sie den Integrationspreis des Oberbergischen Kreises erhielt) und ist Mitglied der „Türkisch-Deutsche Studierenden und Akademiker Plattform e.V.“.

"Als Migrantinnen mit vielfältiger Kultur übernehmen wir sehr viel Verantwortung als Brückenbauer und können in mehreren Welten denken. Die Politik braucht diese interkulturelle Kompetenz der Migrantinnen, damit (der Grundgedanke) Europa auch gelebt wird."

 

Kübra Gümüsay

Kübra Gümüşay, 22, ist Kolumnistin bei der taz, schreibt als freie Journalistin für verschiedene Publikationen und betreibt den Blog „ein-fremdwoerterbuch.com“. Sie studiert Politikwissenschaften an der Universität Hamburg und zuvor an der SOAS in London. Kübra Gümüsay ist Gründungsmitglied von „Zahnräder“, einem Netzwerk von engagierten und aktiven Muslimen in Deutschland.

"Migrantinnen sind nicht nur Migrantinnen. Sie gehören nicht nur in Integrationsausschüsse. Daran müssen sich nicht nur die Umwelt und die Gesellschaft, sondern auch sie selbst erinnern."

 

Verena Schäffer, Grüne Landtagsabgeordnete NRW

Verena Schäffer ist seit Juni 2010 Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag NRW. 1986 in Frankfurt am Main geboren und in Witten aufgewachsen, studierte sie Geschichtswissenschaften und Jüdische Studien an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit 2004 ist sie Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen und war von 2005 bis 2010 im Landesvorstand der Grünen Jugend NRW, zunächst als Beisitzerin 2005-2006 und von 2006 bis 2010 als Landessprecherin. Zudem ist sie seit 2009 Mitglied im Rat der Stadt Witten, sowie von 2009 bis 2010 Mitglied des Kreistages Ennepe-Ruhr. Im Landtag NRW ist sie frauenpolitische Sprecherin und Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus der Grünen Landtagsfraktion.

1962 in Düsseldorf geboren, studierte sie zunächst Kunstgeschichte, Politik, Afrikanistik und Romanistik in Trier und Köln, anschließend absolvierte sie eine Ausbildung zur biologisch-technischen Assistentin und ergänzte diese später um ein Chemiestudium.

Seit 1989 ist sie Mitglied von Bündnis 90/ Die Grünen. Sie arbeitete von 1992 bis 1994 als Politische Geschäftsführerin des Landesverbandes NRW und war anschließendvon 1994 bis 2000 seine Sprecherin. 2000 wechselte sie als Abgeordnete in den Landtag NRW und ist seit Juli 2010 Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW.

"Die Frage nach der Einführung einer Frauenquote in Aufsichtsräten wird seit Wochen intensiv diskutiert. In dieser ganzen Diskussion wird allerdings vernachlässigt, dass es auch in der Politik immer noch zu wenige Frauen gibt. Der Anteil der weiblichen Abgeordneten im Landtag NRW ist in dieser Legislaturperiode wieder gesunken und auch in vielen Kommunalparlamenten und im Bundestag lässt die Repräsentanz von Frauen zu wünschen übrig. Wir müssen uns viel stärker dafür einsetzen, dass Parlamente auf allen Ebenen die Vielfalt unserer Gesellschaft wiedergeben und nicht homogen sind. Dazu gehört, dass sowohl Frauen als auch Menschen mit unterschiedlichen ethnischen und kulturellen Hintergründen adäquat in der Politik insgesamt und besonders in den Parlamenten vertreten sind."

  

Anreise

Wegbeschreibung Fußweg vom Hauptbahnhof

Die Bahnhofstraße hoch, dann links in die Theaterstraße bis zum Theaterplatz, nach rechts auf dem Kapuzinergraben bis zur Hartmannstraße, diese hoch bis zur Ursulinerstraße und dann sieht man schon die Buchhandlung, in deren Dachgeschoss sich das "forum M" befindet.

Übernachtung

Für alle Frauen, die an beiden Veranstaltungen teilnehmen möchten und von Freitag auf Samstag eine Übernachtung benötigen, gibt es Informationen unter www.aachen-tourist.de/hotels.

Einladung

Einladung

100 Jahre Forderung nach der Hälfte der Macht liegen hinter uns. Mittlerweile wollen alle mehr Frauen auch in Spitzenpositionen in Politik und Wirtschaft sehen. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Nur bei der Frage nach dem Weg zu diesem Ziel scheiden sich immer noch die Geister. Während einige auf die freiwillige Selbstverpflichtung setzen, wird der Ruf nach verbindlichen Regeln immer lauter. Das Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an gesellschaftlichen und politischen Entscheidungsprozessen findet heute allgemeinen Zuspruch. Für uns GRÜNE ist seit 25 Jahren klar, dass nur die Quote geeignet ist, mehr Frauen gleichberechtigte Teilhabe an Politik zu ermöglichen. Demokratie geht nur, wenn auch Frauen an der politischen Willensbildung partizipieren. 

Öffentlich kontrovers debattiert wird seit einiger Zeit schon die Frage, wie der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen erhöht werden kann. Reichen freiwillige Vereinbarungen oder schaffen wir es nur mit einer gesetzlichen Regelung? Wie hoch soll der Anteil von Frauen in diesen Gremien sein? Und wie schnell wollen wir das erreichen?

In der Hälfte der Staaten der Europäischen Union gibt es gesetzlich festgeschriebene Frauenquoten für die Parlamentswahlen. In Deutschland wird bisher nur zaghaft darüber diskutiert, ob ein Parité-Gesetz auch hier umsetzbar wäre.

Frauen sollen aber nicht nur die Hälfte der Ämter und Mandate einnehmen. Es soll auch die Vielfalt der Frauen repräsentiert sein. Mehr junge Frauen und mehr Frauen mit Migrationsgeschichte sollten sich politisch beteiligen. Dazu gehört viel, auch dass die politische Kultur sich ändert. Welche Anreize muss Politik bieten, um Frauen mit unterschiedlichen Hintergründen und unterschiedlicher Altersgruppen zu aktivieren?  Welche Hürden existieren und wie kann man diese abbauen? 

Ohne Frauen keine wahre Demokratie! Wir brauchen sie alle! Daher stellen wir GRÜNEN Frauen zum 100. Jahrestag des "Internationalen Frauentages" die Machtfrage.