Suche in http://www.gruene-nrw.de/
24. Februar 2010

Abgeordnetenwatch

Zweiklassen-Praxis bei Internet-Initiative zur NRW-Landtagswahl

Durch ihre neu eingeführten Tarife schafft abgeordnetenwatch.de ein Zweiklassen-System bei den LandtagswahlkandidatInnen.

Abgelegt unter: Pressemitteilung, Arndt Klocke

„Die Politiker-Befragung zur Landtagswahl unter www.abgeordnetenwatch.de schafft mit dem an die Kandidaten gerichteten Angebot eine zwei Klassen-Struktur“,

erklärt der Vorsitzende der NRW Grünen, Arndt Klocke, zur heute in Düsseldorf vorgestellten Internet-Initiative.

„Die sogenannte "Basis-Nutzung" soll zwar kostenfrei sein, die Darstellung des/der KandidatIn mit einem Foto, einem Website-Link und dem Lebenslauf soll aber einen erheblichen Betrag kosten. Diese sogenannte Erweiterung kostet im Frühbucher-Tarif schlappe 149€ und kurz darauf sogar 175€. Ansonsten bleibt den Landtags-KandidatInnen eine graue, uninformative und farblose "Basis"-Seite die eine Person bewusst uninteressant lässt. Um einen ansprechenden Auftritt in dem viel genutzten und in der Presse vielfach zitierten Portal zu bekommen, muss von den oft ehrenamtlichen Landtags-BewerberInnen somit eine erhebliche Summe investiert werden.

Mit dem Online-Angebot "abgeordnetenwatch.de" soll auch die Information über politische Ziele und die Transparenz über Nebentätigkeiten erhöht werden.
Als Schirmherren der Aktion wurden bei der heutigen Landespresse-Konferenz von Abgeordnetenwatch und Mehr Demokratie NRW die Landtagspräsidentin Regina von Dinther und ihr Vize Edgar Moron vorgestellt, der auch an der Pressekonferenz teilgenommen hat. Angesichts der aktuellen Debatte um die bekanntgewordenen RAG-Zahlungen an beide Politiker ist die Wahl dieser beiden Politiker als Schirmherren fragwürdig und instinktlos.“

Teilen auf:facebook.comtwitter.comdel.icio.usdigg.comgoogle.comMister WongTechnoratiYiggIt

Kommentare

„Angesichts der aktuellen Debatte um die bekanntgewordenen RAG-Zahlungen an beide Politiker ist die Wahl dieser beiden Politiker als Schirmherren fragwürdig und instinktlos.“

Der Vorwurf müsste eher an die Abgeordneten des Landtags gehen, die diese Politiker ins Amt gebracht bzw. nun darin gelassen haben.

„Um einen ansprechenden Auftritt in dem viel genutzten und in der Presse vielfach zitierten Portal zu bekommen, muss von den oft ehrenamtlichen Landtags-BewerberInnen somit eine erhebliche Summe investiert werden.“

Damit ist allerdings auch eine mediale Wirkung für die Kandidaten gesichert (wenn ihre Antworten das zulassen), die man sonst nirgendwo für das Geld bekommt.

Thorsten 24. Februar 2010, 16:37 Uhr

Enttäuschend ist vor allem, dass "Mehr Demokratie" diese Verzerrung der Chancengleichheit offensiv unterstützt.

Klar ist: Mehr Geld --> mehr Marketing --> mehr Effekt/Erfolg. Wenn kommerzielle Anbieter mit Wahlen und Abstimmungen so ihr Geld verdienen, dann ist das eben so. Initiativen aber, die sich mehr Partizipation und Transparenz auf ihre Fahnen geschrieben haben, konterkarieren damit ihr Anliegen. Das müssen dann eben andere Finanzierungsmöglichkeiten gefunden werden.

Besonders problematisch ist auch, dass Abgeordnetenwatch dieses Finanzgebahren in seinen FAQ dem Bürger gegenüber verschleiert.

Dirk 25. Februar 2010, 23:11 Uhr

@ Thorsten:
"Damit ist allerdings auch eine mediale Wirkung für die Kandidaten gesichert (wenn ihre Antworten das zulassen), die man sonst nirgendwo für das Geld bekommt."
Diese "mediale Wirkung" wäre aber nur dann gerecht verteilt, wenn alle die gleichen Voraussetzungen hätten. Dies ist aber aus sehr vielen unterschiedlichen Gründen nicht der Fall.

uptodate 26. Februar 2010, 15:56 Uhr

Weiterhin unbefriedigend ist die Einstellung der Kandidatinnen und Kandidaten in Abgeordnetenwatch.
Es ist nicht nachvollziehbar, warum einzelne bereits für die Wahlkreise vorgestellt werden und andere nicht. Offensichtlich ist auch die Informationsbeschaffung problematisch.

Christian Winterberg 28. Februar 2010, 12:13 Uhr

Kommentar verfassen

*





*
*

* - Pflichtfeld