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Shop around the clock – Einkaufen rund um die Uhr: Das ist derzeit in Nordrhein-Westfalen gesetzlich überall möglich. Seit 2006 können wir abends ohne Grenze und immer öfter auch sonntags einkaufen. Sind wir damit im Shopping-Paradies angekommen? Wollen wir überhaupt, dass Konsum im Einzelhandel rund um die Uhr möglich ist? Und wie hat sich das Gesetz auf die Beschäftigten und auf kleinere Geschäfte ausgewirkt?
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12. Januar 2012

Ladenöffnungszeiten

Wir befragen euch online!

Einkaufen rund um die Uhr – das ist theoretisch überall in NRW möglich. Seit dem Ladenöffnungsgesetz 2006 können wir abends ohne Grenze und des Öfteren auch sonntags einkaufen. Sind wir damit im Shopping-Paradies angekommen? Und wie hat sich das Gesetz auf die Beschäftigten im Einzelhandel und auf kleinere Geschäfte ausgewirkt?

Abgelegt unter: Demokratie, Sven Lehmann

Was hat die schwarz-gelbe Liberalisierung gebracht, wollte das NRW-Wirtschaftsministerium wissen und hat eine so genannte Evaluierung der Auswirkungen in Auftrag gegeben. In dem Bericht dazu steht, dass durch die längeren Öffnungszeiten bei uns im Land weder die Umsätze noch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Einzelhandel nennenswert gestiegen sind. 

Stattdessen gehen Konsumentinnen und Konsumenten seitdem einfach nur später einkaufen. Der Einzelhandel deckt die längeren Öffnungszeiten vor allem durch mehr Mini- und Teilzeitjobs ab. Dadurch, dass mehr verkaufsoffene Sonntage stattfinden, bleibt der Sonntagsschutz oft auf der Strecke.

„Die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage ist explodiert“, stellt unser Landesvorsitzender Sven Lehmann fest. „Aber auch unter der Woche haben in Großstädten viele Geschäfte bis Mitternacht geöffnet. Wir brauchen einen Ausgleich zwischen VerbraucherInneninteressen, der Interessen auch des kleinen, inhabergeführten Einzelhandels und dem Schutz der Beschäftigten sowie eine Stärkung des Sonntagsschutzes. Das derzeitige Gesetz macht es übrigens möglich, die Arbeitszeit noch weiter in die Nacht zu verlagern.“

Online-Beteiligung in Kürze möglich

Grüne und SPD wollen deshalb das Ladenöffnungsgesetz novellieren. Inwieweit ist noch offen. Und deshalb wollen wir vor einer Neuregelung von euch wissen, wie ihr über den Ladenschluss denkt und was euch zu eurer Haltung bringt. Deshalb starten wir zeitnah nach der Anhörung zum Evaluierungsbericht im Landtag ein Online-Portal mit einer Umfrage und einer Plattform zur Diskussion, wo ihr selbstverständlich auch mit Informationen zum Thema versorgt werdet. 

„Ein neues Ladenöffnungsgesetz braucht eine breite Akzeptanz“, sagt Sven Lehmann. „Die Bevölkerung muss beteiligt werden, auch über die Parteien, die an der Willensbildung mitwirken. Optimal wären natürlich Volksentscheide, dafür sind die Hürden aber leider noch zu hoch. Wir Grüne werden daher online Möglichkeiten zur Mitsprache anbieten und wollen auch Verbände, Gewerkschaften und Kirchen mit einbeziehen.“

Also: Redet mit, bringt euch ein. Wir freuen uns auf eure Beiträge, Meinungen und Kommentare und sind sehr gespannt auf die Ergebnisse unserer Umfrage. Die Auswertung ist Grundlage für den Leitantrag des Landesvorstandes zum Thema, der dann am 25. März auf einem kleinen Parteitag diskutiert wird.

Update:

Wir starten unsere Beteiligungsplattform zum 27. Januar 2012.

Update 2:

Opens external link in new windowDie Beteiligungsplattform ist nun gestartet! Informiert Euch, diskutiert und nehmt an der Umfrage teil! 
Kommentare werden zu diesem Artikel nicht mehr freigeschaltet, bitte nutzt die Plattform.

 

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Kommentare

Den längere Öffnungszeiten bei gleichbleibendem Umsatz folgt unweigerlich das Lohndumping via Leiharbeit und immer häufiger via Werkvertrag. Es kann nicht sinnvoll sein, die Stammbelegschaft immer weiter abzuschmelzen und durch armutsfördernde Arbeitsformen zu ersetzen. Daher ist eine Ausweitung der Öffnungszeiten abzulehnen, die Sonntagsarbeit muss zurückgefahren werden!

Jörg Schlüter 13. Januar 2012, 12:59 Uhr

Die Öffnungszeiten müssen zumSchutz der im Einzelhandel Beschäftigten dringend heruntergefahren werden.
In den Abendstunden werden überwiegend "Mini-Jobber" eingesetzt.Die Auswirkungen auf die Kassen der Sozialversicherungsträger werden uns, den Steuerzahlern, in den nächsten Jahren noch viele Milliarden kosten!
Die Öffnungszeiten am Sonntag sind streng zu reglementieren(4jährlich im Stadtgebiet).Die Samstagsöffnungen sind auf 18Uhr zurückzufahren, damit auch die Einzelhandelsbeschäftigten am kulturellen Leben gerade am Wochenende teilnehmen können.In der Woche sollten die Läden um 20Uhr schließen, damit gesundheitsschädliche Nachtarbeit eingeschränkt wird.

Ulf Köhler 13. Januar 2012, 13:09 Uhr

Liebe Grüne,
lasst den Ladenschluss wie er ist! Es macht erst recht keinen Sinn, in jedem Bundesland jetzt eigene Zeiten einzuführen.
Nachdenken kann man darüber, die Sonntage besser/anders zu regeln.

Hans-Joachim Wolfram 13. Januar 2012, 14:18 Uhr

Hallo!

Die Befragung dazu finde ich super! Wann und wo finde ich dieses Portal? Werdet ihr die Daten über den Newsletter bekannt geben?

MfG,
Sebastian

Sebastian Kranz 13. Januar 2012, 14:44 Uhr

Hunderttausende von Menschen (auch ich) muss regelmäßig an Wochenenden, Feiertagen und Nachts arbeiten. Die gesetzliche Beschränkung von Ladenöffnungszeiten ist ein Anachronismus, bestraft die Menschen die andere Arbeitszeiten haben doppelt (wann sollen wir einkaufen ohne Stress und Hektik), schützt in Wahrheit keine Mitarbeiterinnen (es darf/soll ja niemand ganztätig ohne Pausen arbeiten) und muss komplett abgeschafft werden.

Wer in die Kirche gehen will, bitte, es hält ihn niemand auf, wenn andere stattdessen mit der Familie Besorgungen erledigt.

Mal abgesehen, dass ja die Kirchen einer der größten Arbeitgeber mit Wochenend-, Nacht- und FeiertagsarbeitnehmerInnen sind (neben dem Staat).

Christoph Stolzenberger 13. Januar 2012, 19:21 Uhr

Überlasst uns Bürger und dem Einzelhandel die Ladenöffnunggszeiten
Ihr schafft damit nur Protestwahlen,bzw. Parteinfrust.

martin 13. Januar 2012, 20:32 Uhr

Die Ladenöffnungszeiten können ruhig so bleiben wie sie sind, sprich: 24/6.

Es sollten aber weniger Sonntage zur Verfügung stehen oder klare Regelungen bestehen, dass Einzelhändler ihre Belegschaft fragen müssen, ob sie Bock und überhaupt die Möglichkeit auf Sonntagsarbeit haben.

Michel 14. Januar 2012, 13:28 Uhr

Schützt den Sonntag, damit sich die Leute mal wieder mit sich und ihrer Familie beschäftigen anstatt mit shoppen. Öffnungszeiten nach 20 Uhr sollten möglich, aber Ausnahmen werden, damit es ein Event ist und nicht Alltag.

Holger Radenbach 14. Januar 2012, 22:53 Uhr

Hallo Grüne!

Es ist unbedingt notwendig das derzeitige Ladenschlussgesetz zu reformieren. Die extrem ausufernden Öffnungszeiten sind für alle Beschäftigten im Handel unsozial und viele Menschen können am sozialen und kulturellen Leben nicht oder nur begrenzt teilnehmen. Die prognostizierten Mehrumsätze sind nicht eingetreten. Es hat lediglich eine Verlagerung gegeben und das natürlich zu Gunsten der Großen in der Branche. Die vielen vom Handel versprochenen zusätzlichen Arbeitsplätze sind wieder eingespart worden oder nur als Teilzeitarbeitsplätze oder Minijobs vorhanden. Zudem sind in der Mehrheit Frauen in diesen schlecht bezahlten Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Es ist nötig die Öffnungzeiten in der Woche auf maximal 20.00 Uhr und am Samstag auf maximal 18.00 Uhr zu verändern und per Gesetz festzuschreiben. Soll mir mal jemand erzählen das diese Zeiten nicht ausreichen um seine täglichen Einkäufe zu organisieren. Ich komme selber aus dem Handel und kenne durch Jahrzehnte Erfahrung die Situation genau. Zudem habe ich durch meine tägliche Arbeit als Betriebsrat mit den Problemen der Menschen zutun. Der enorme Leistungsdruck,oft schlechte Bezahlung und die familienfeindlichen Arbeitszeiten macht die Menschen zunehmend Krank. Außerdem ist für viele Verbraucher überhaupt nicht mehr erkennbar wann denn nun wer geöffnet hat. Alle Versprechnung der Unternehmer in der Vergangenheit zur Schaffung von mehr Arbeitsplätzen ist leider heute nur noch Makulatur.

Dieter Steinbach 15. Januar 2012, 15:46 Uhr

der Bürger wird nicht mehr als Mensch sondern nur noch als Konsument wargenommen. Er soll konsumieren bis der Arzt kommt. Nur noch schuften für die Wirtschaft. Keine Zeit für Familie, weil irgendwie das Geld zum konsumieren erarbeitet werden muss.
Es reicht! Oft ist weniger ein Mehr an Lebensqualität.
Geöffnet bis 20:00Uhr reicht aus, und Sonntags geschlossen!

anne schwan-hardt 15. Januar 2012, 17:20 Uhr

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