Veranstaltung

Grüne im Dialog

Wie schnell klappt die Energiewende?

"Dass wir nach dem Ausstiegsbeschluss der Bundesregierung eine beschleunigte Energiewende brauchen, war allen Beteiligten klar", sagte unsere Landesvorsitzende Monika Düker nach der GRÜNE-im-Dialog-Diskussion in Düsseldorf. Etwa 100 Menschen vor Ort und mehrere Hundert, die den Livestream verfolgten, waren bei der Diskussion dabei.

Dazu hatten wir Bärbel Höhn, Fraktionsvize im Bundestag, den Deutschlandchef von RWE, Dr. Arndt Neuhaus, und den Geschäftsleiter des BUND NRW, Dirk Jansen, eingeladen.

"Wir müssen jetzt die Weichen stellen, um die Energiewende mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien zu beschleunigen", sagte Monika. "Dazu hat RWE in der Diskussion zwar positive Signale gesendet, indem die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken offenkundig gesucht wird, ca. 1 Mrd. Euro jährlich in den Ausbau der Erneuerbaren investiert werden und der Konzern sich den Fragen des Netzausbaus stellen will. Wie jedoch die neue Konzernstrategie angesichts der Herausforderung an den Klimaschutz genau aussehen soll, blieb relativ unklar. Daher wollen wir diesen Dialog fortsetzen. Die Energiekonzerne dürfen sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen."

Dr. Arndt Neuhaus sagte in der Diskussion: "Wir brauchen einen Zehnjahresplan für den gemeinsamen Netzausbau - mit den Stadtwerken. Das Netzkonzept muss die Übertragungs- und die Verteilnetze umfassen." Der RWE Deutschlandchef sagte zur Energiewende weiter: "Wir müssen dieses Land gemeinsam umbauen. Ich freue mich über einen möglichen Konsens. Wir sind bereit, das mit anzugehen."
Die GRÜNEN NRW und RWE vereinbarten, den gestern begonnenen kritischen Dialog fortzusetzen und einen nächsten Gesprächstermin zu vereinbaren.

Für die GRÜNE Bundestagsfraktion machte Bärbel Höhn in der Runde deutlich, dass sich die Grünen im Abwägungsprozess befinden, ob sie dem Gesetzpaket der Bundesregierung in Teilbereichen zustimmen oder nicht. So stehe im Gesetzespaket noch nichts zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung drin. Das wäre aber auch gerade für NRW wichtig. Eine weitere entscheidende Frage ist die Förderung der Erneuerbaren. Hier muss Merkel nachbessern. Für uns GRÜNE ist klar: Die Förderung der Onshore-Windkraft darf nicht gegenüber der Offshore-Förderung benachteiligt werden. NRW darf mit seinen ehrgeizigen Ausbauplänen nicht abgehängt werden.

Am Ende entscheidet am 25. Juni unsere Bundesversammlung. Mit uns wird es kein schnelles Ja oder ein einfaches Nein geben - und die Beendigung der Urananreicherung in Gronau gehört für uns zum konsequenten Atomausstieg mit dazu, genauso wie die offene Endlagersuche.

Der Geschäftsleiter des BUND NRW, Dirk Jansen, forderte die Verankerung des Atomausstiegs im Grundgesetz. "Dann kriegen wir ihn auch unumkehrbar hin", sagte Jansen, der sich zum vorliegenden Gesetzespaket kritisch äußerte, da es nicht konsequent genug den schnellstmöglichen Ausstieg festlegt und den Klimaschutz vernachlässigt. Er forderte auch: "Mit dem Ende der Atomkraft müsse die UAA Gronau geschlossen werden. Das darf in Berlin nicht unter die Räder kommen."

Ankündigung

Bis 2030 können wir 100 Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien gewinnen. Gleichzeitig wollen wir GRÜNEN das Ende der Atomkraft spätestens 2017 besiegeln. Um beides zu erreichen, müssen jetzt die Weichen richtig gestellt werden.

Was hierfür geschehen muss, wollen wir gemeinsam diskutieren. Außerdem wollen wir Antworten auf die Fragen geben: Welche Auswirkungen hat der Atomausstieg auf die Strompreise? Kann ohne Atomkraft eine sichere Stromversorgung garantiert werden? Oder müssen wir übergangsweise mehr auf Kohle und Gas setzen? Welche Folgen hätte das für das Klima? Welche Potenziale hat der sparsame Umgang mit Energie? Wie sieht die Energieversorgung in Europa und weltweit aus?

Wir laden deshalb ein zur Diskussion mit:

  • Bärbel Höhn, stellvertretende Vorsitzende GRÜNE Bundestagsfraktion
  • Dr. Arndt Neuhaus, Vorstandsvorsitzender RWE Deutschland AG
  • Dirk Jansen, Geschäftsleiter BUND NRW

Ort und Uhrzeit

  • 8. Juni, 19 Uhr
  • Düsseldorf
  • Biergarten Meckenstocks im Volksgarten (bei Regen drinnen) (Wegbeschreibung)

Livestream und Online-Beteiligung

Die Diskussion wird per Livestream auf www.gruene-nrw.de übertragen. 

Auch unsere Online-ZuschauerInnen können mitdiskutieren: Stellt uns Fragen per Twitter (mit dem Hashtag #gid), kommentiert auf unserer GRÜNEN Facebook-Seite oder kommentiert diesen Artikel. 

Kommentare

  1. Walther Mathieu Herzogenrath bei Aachen
    Schön wäre gewesen wenn unser Reiner da mit auf dem Podium sitzen würde (als Ingenieur und Energieexperte).
    Denn die Frage - so hätte es Helmut Kohl gesagt - ist ja überhaupt ganz falsch gestellt!

    Dazu ein paar Grundregeln aus dem Handwerkszeug der betroffenen Gewerke:

    a) Politik: Es gilt das Primat der Politik: Gegenüber dem breiten Mehrheitswillen (ABSCHALTEN!) ist alles andere nachrangig.
    b) Ingenieurwesen: Geht nicht - gibt's nicht. Ein Blick auf die Fakten und der Atomausstieg geht noch heute Nachmittag.
    c) Projektmanagement: Es wird genau so schnell klappen wie wir das wollen - wer zu spät kommt den bestraft das Leben.
    d) Terminüberwachung: Es gibt bekanntlich nichts dringendes, was nicht durch Zaudern & Zuwarten noch dringender würde.

    Das wichtigste ist eigentlich jetzt, dass die letzte Änderung des Atomgesetzes im Bund zurück genommen wird.
    Sonst klappt gar nichts. Leider drückt sich derzeit das Bundesverfassungsgericht, dabei könnte es weiter helfen,
    wenn es die "Laufzeitverlängerung" vom letzten Herbst nebst allen Änderungen im Atomgesetz bald kippte.
    Sonst bleiben nur die nächsten Bundestagswahlen, um diese unselige Bundesregierung eines Besseren zu belehren,
    woraus folgt: echter Atomausstieg ab Herbst 2013. Nach Fahrplan von Greenpeace 2015 vollzogen. 4 Jahre Risiko...

    Das Zweitwichtigste: Die Konzerne müssen daran gehindert werden, uns demnächst ihren Standpunkt/ihre Macht
    (vermutlich schon im Winter 2011/12, oder wahlwirksam 2012/13) mit Hilfe von schmerzhaften Stromausfällen zu demonstrieren.

    Und die Öffentlichkeit muss endlich ungeschminkt erfahren, dass Strom nur ein sehr kleiner Teil unserer Energieversorgung ist,
    und es, weil in einem endlichen System prinzipiell kein anhaltendes exponentielles Wachstum möglich ist, zu Engpässen kommt.
    Das ist unausweichlich! Jedenfalls, so lange der Bezug von Energie aus sich erschöpfenden Quellen erfolgt.

    So gesehen ist der Umstieg auf erneuerbare Quellen (nebst Elektromobilität) der einzige Ausweg, den die moderne Gesellschaft hat, wenn sie nicht beim Versiegen der fossilen (nuklear ist auch nur fossil) Quellen komplett zusammenbrechen soll.
    Unser Wohlstand beruht auf dem Energieumsatz.
    Der Heizwert von Geld ist, wenn die fossilen Rohstoffe knapper/teurer/unerschwinglich werden, vernachlässigbar.

    Für die Energiewende gilt die einfache Regel: je eher, desto besser! Der Aufprall wird dann weniger hart sein.
    Das wissen wir übrigens schon seit der ersten Ölkrise unter Helmut Schmidt (als Wirtschafts- und Finanzminister).
    Oder?
  2. Alan Imamura Duesseldorf
    Die Frage "Wie schnell klappt die Energiewende?" sollte unbedingt ergänzt werden um "Was kostet es früher, z.B. 2017 auszusteigen?"
    Hierzu bitte ich die Diskutanten um eine Einschätzung.

    Ansonsten wäre die Antwort fast schon trivial: Die Bauzeit der notwendigen Ersatzkapazitäten...

    Was mich jedoch wirklich erzürnt ist hierbei nicht die Energiewirtschaft, sondern die Bundesregierung, die allein für die Herstellung des status quo ante schon Grundlagen für Schadensersatzforderungen der AKW-Betreiber geschafffen hat, nur um diese wenige Monate später selbst auszulösen!
  3. Björn Ahaus Essen
    Ich hab dazu grade nur eins zu zu sagen: Bitte, liebe Grüne macht nicht den Fehler und adelt dieses durchsichtige, wendehälsige Manöver der Bundesregierung ohne Not mit einer grünen Zustimmung. Ich sehe Deutschland in 10 Jahren schon vor der nächsten Debatte um Laufzeitverlängerungen - und wieder grüsst das Murmeltier. Es muss Druck in der Pipeline bleiben! Konsens ist Nonsens! Die Atom-Industrie wird versuchen das vorhaben zu torpedieren, also behaltet ihr Euch offen, den Ausstieg zu beschleunigen!

    Best,
    Björn
  4. Martin Heither Berlin
    Wir sollten endlich mal eine Feier zur Abschaltung von 8 AKW`s machen, aber die Mogelpackung von Schwarz-Gelb entschieden ablehnen!
  5. Martin Heither Berlin
    Danke an Bäbel Höhn für Beachtung auch globaler Zusammenhänge !!!
    Großartig!
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