Frauen-Fussball-WM

Frauen WM

Und die Gewinnerin des Mini-Kickers ist … Alexandra Schmitz!

48 frauenfußballbegeisterte Fans gaben ihre Tipps bei „Grün kickt!“ ab, Alexandra Schmitz gewann mit einem Punkt Vorsprung den Mini-Kicker: Herzlichen Glückwunsch! Wir möchten von Alexandra wissen, wie sie die Frauenfußball-WM erlebt hat.

Alexandra, du warst beim Spiel Brasilien gegen Äquatorialguinea live dabei, wie war die Stimmung im Stadion?

Die Stimmung war großartig. Es waren viele Familien in den Stadien und deutlich mehr Frauen als bei Männerfußballspielen. Etliche von ihnen waren zum ersten Mal bei einem Fußballspiel im Stadion, was zu lustigen Situationen führte. Ich persönlich habe mich sehr viel wohler und sicherer gefühlt als bei der zum Teil sehr aggressiven Stimmung bei Männer-Fußballspielen. 

Deine 11-jährige Tochter möchte jetzt selbst Fußball spielen, gibt es dafür in Köln ausreichend Angebote?

Zuerst mal muss ich sagen, dass meine Tochter schon vor der WM Fußball spielen wollte. Ich denke, dass da die Erziehung deutlich mehr ausmacht als eine Frauen-Fußball-WM an sich. Bei uns gehört Fußball selbstverständlich zum Alltag.

Ausreichend Angebote gibt es leider in Köln nicht. Es gibt zwar Vereine, die Mädchenfußball anbieten, aber dann noch lange nicht in allen Altersgruppen. Allerdings habe ich mitbekommen, dass einige Vereine Mädchenfußball aufbauen wollen. Das find ich super und hoffe, dass wirklich bald etwas passiert.  

Alexandra, du bist Mitglied im Vorstand der Kölner Grünen, also politisch aktiv. Was hältst du von der Ankündigung der ZDF-Sportschau, auch in Zukunft nicht über Spiele der Frauenfußballbundesliga zu berichten?

So stimmt das ja nicht. Die ARD hat angekündigt, keine Spiele am Samstag in der Sportschau zu übertragen. Da die Frauen-Fußball-Bundesligaspiele aber derzeit alle sonntags ausgetragen werden macht das ja auch Sinn ;-) Als öffentlich-rechtlicher Sender sollte die ARD die Sportereignisse übertragen, die für viele Menschen von Interesse sind. Es gibt aber große Unterschiede zwischen der Begeisterung bei sportlichen Großereignissen wie der WM und dem Alltags-Bundesligageschäft.

Wir sollten den Männerfußball nicht mit dem Frauenfußball vergleichen, gibt es doch eine ganz unterschiedliche Tradition: Erst 1970 wurde vom DFB das Frauenfußballverbot aufgehoben; seit 1993 spielen die Frauen auch 90 Minuten. Es gab bis dato erst acht Bundesligaspiele mit mehr als 4000 ZuschauerInnen. Die Gehälter der Frauen sind so gering, dass sie nicht davon leben können, d.h. beim Frauenfußball handelt es sich noch immer um Amateurinnenfußball. Und das meine ich nicht abqualifizierend – nur ist es ein weiterer Unterschied zu den Männern. Frauenfußball braucht noch Zeit. Und Unterstützung.

Insgesamt ist der Frauenfußball auf einem guten Weg und ich denke, dass sich die Situation in einigen Jahren sehr positiv weiterentwickelt haben wird. Ich bin gespannt, ob die Bundesligaspiele zukünftig von mehr ZuschauerInnen besucht werden. Boomen diese Spiele, werden Sponsoren mehr Gelder, Vereine Spielerinnen bessere Gehälter zahlen und die ARD wird verstärkt über den Frauenfußball berichten. Also: ab ins Stadion!

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