Anti-Atom-Demo
Riesen-Demo in Berlin als Auftakt zum "heißen Herbst"

12 Uhr: Der vollbesetzte Sonderzug West fährt in den Berliner Hauptbahnhof ein. Eine riesige Menschenmasse schiebt sich durch die Gänge und wälzt sich auf den Ausgang zu. Der George-Washington-Platz ist bereits voll. Tausende bunter Fähnchen wehen: von den Grünen, von ausgestrahlt, vom BUND, von den Naturfreunden und vielen weiteren Aktionsbündnissen. Rasseln, Tröten und Trillerpfeifen tun ihr Übriges, um den Lärmpegel gehörig zu steigern. Der Stand der Grünen ist von allen der größte und nicht zu übersehen. Eine riesige grüne Flagge weht, Luftballons werden verteilt. Auch die NRW-Landesvorsitzenden Monika Düker und Sven Lehmann sind dabei, genau wie die Bundesvorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir. Die Vorfreude steigt.
Um 13 Uhr geht’s los mit einer Kundgebung auf dem George-Washington-Platz. Dann setzt sich die Menschenmenge in Bewegung: Es geht durch das Regierungsviertel, am Reichstag und am "Kanzleramt" vorbei, bis man wieder am Hauptbahnhof ist. Dort findet die Abschlusskundgebung statt. RednerInnen von BUND, IG Metall, X-tausendmal quer, Bäuerliche Notgemeinschaft Gorleben, Jugendbündnis Zukunftsenergie und vom Bundesverband Erneuerbare Energien sprechen und rufen noch mal eindringlich auf, sich der schwarz-gelben Lobbypolitik zu widersetzen.
Während der Kundgebung ähnelt der Platz vor dem Hauptbahnhof einem Volksfest. Viele Generationen und Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft treffen aufeinander. "Anti-Atom-Urgesteine", die schon bei den Protesten der 70er und 80er dabei waren, gehören ebenso dazu wie junge Familien mit ihren Sprösslingen. SchülerInnen und StudentInnen laufen neben AnhängerInnen von Naturschutzbündnissen und politischen Gruppierungen.
Alle gemeinsam zeigen, dass die schwarz-gelbe Regierung ihre Rechnung ohne die Mehrheit der Bevölkerung gemacht hat. Die Forderungen der Menschen in unserem Land wurden am Samstag eindrucksvoll verdeutlicht: Wir wollen keine Atomkraft mehr! Wir wollen nicht in Angst vor dem Super-GAU leben und nachfolgenden Generationen verstrahlten Atom-Müll überlassen! Wir wollen sauberen, ökologischen Strom und uns die Politik nicht von der Atomlobby diktieren lassen!
Die Demonstration in Berlin war ein großer Erfolg. Erstmals seit das "Gespenst Politikverdrossenheit" um sich greift, gehen Bürgerinnen und Bürger wieder verstärkt auf die Straße und protestieren. Obwohl Merkel & Co. die zweifelhafte Behauptung aufstellen, dass die "schweigende Mehrheit" für Atomkraft ist, gilt: Der Herbst wird heiß.




