Bundestagswahl

Grüne NRW auf Wahlkampftour

Mit Jürgen Trittin in Wuppertal

Die ersten Regenwolken haben sich verzogen, das Wetter wird wieder schöner in Wuppertal. Einige BürgerInnen sind schon stehengeblieben am Grünen Stand der „Pappenschlacht" und tragen ihre Botschaften ein: Zeit für eine neu Baumschutzsatzung kann man lesen, oder Zeit für mehr BürgerInnenbeteiligung aber auch ganz konkrete Forderungen für Wuppertal wie „Wir brauchen bei 12.000 leeren Wohnungen auf der Talachse eine neue Innenstadtentwicklung!"

Dann trifft er ein, der Grüne Wahlkampfbus des Grünen Spitzenkandidaten, jedes Gramm CO-2, das er ausstößt, wird über Atmosfair ausgeglichen. „Eine Notlösung, solange es keine batteriebetriebenen Kleinbusse gibt“, wie Trittins Begleitmannschaft zu bedenken gibt.

Neben dem Moderator der Veranstaltung, dem Grünen Landtagsvize Oliver Keymis aus Düsseldorf haben sich auch der Wuppertaler Bundestagskandidat Hermann Ott und OB-Kandidat Lorenz Bahr auf dem Alten Markt eingefunden.

Der erläutert gerade den BürgerInnen die Konzeption der Wuppertaler Grünen zu einem Gründerzentrum für Energieeffizienz, in dem man die Kompetenzen in der Stadt zu diesem Thema bündeln will.

Auch Hermann Ott hat bisher bereits einiges für den Klimaschutz geleistet, ist er doch der Leiter des Büros des international renommierten Wuppertal-Institutes für Klimaschutz in Berlin. In den kommenden Jahren, so sagt er, will er seine Kompetenzen auf diesem Gebiet in die neue Bundestagsfraktion einbringen. Die Lage werde bedrohlich, in zehn Jahren werde der Nordpol vermutlich zum ersten mal in der Geschichte eisfrei sein. „Wir wissen nicht, was das mit dem Klima macht“, so Ott.

Oliver Keymis begrüßt inzwischen auch Jürgen Trittin in der Runde und schnell ist man beim Thema. Die Vorschläge, die neuerdings die SPD für vermeintlich 4 Mio. neue Jobs macht. „Nein“, sagt Trittin, so gehe das nicht. Man könne nicht bei den Grünen ein Programm abschreiben, es in einen falschen Zeithorizont packen und mal vier nehmen. „Wir legen ein belastbares Konzept vor, wir rechnen uns nicht schön, wir arbeiten nicht nach dem Konzept ‚im Himmel ist Jahrmarkt’“ skizziert er die Grünen Ideen in Abgrenzung zur SPD.

Die Grünen wollen es bescheidener und: vor allem ehrlicher. Eine Million neue Arbeitsplätze lautet das auch so schon sehr ehrgeizige Ziel. Aber sie sind machbar. Nicht nur durch eine Initiative den öffentlichen Nahverkehr zu stärken, auch durch eine Bildungsinitiative, die 185.000 neue Arbeitsplätze in den Kindertagesstätten, bei LehrerInnen und an der Hochschule schaffen soll.
(Alles im Detail unter Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.gruene.de)

200.000 Arbeitsplätze wolle man schaffen, indem man durch Absenkung der Sozialversicherungsbeiträge die Menschen aus der Schwarzarbeit hole, was durch eine Vermögensabgabe für alle diejenigen, die mehr als eine Million besitzen, geschehen soll.

Vor allem in der Rentenpolitik, sagt Trittin, müsse sich etwas ändern. Jede/r der mindestens 33 Jahre gearbeitet habe, müsse eine Rente beziehen, die oberhalb der Sozialhilfe liege. Auch der Regelsatz für Hartz IV Empfänger müsse auf mindestens 420 € angehoben werden. Finanzieren wolle man das durch die Grüne Bürgerversicherung, in die alle BürgerInnen einzahlen. „Das spart uns 10 Mrd. aus dem Gesundheitsfonds“, argumentiert Trittin.

Die Bürgerinnen und Bürger Wuppertals greifen die Gelegenheit beim Schopf und stellen dem Gast aus Berlin zahlreiche Fragen. Von der Finanzmarktkrise über den Tierschutz bis zur Piratenpartei: überall zeigt sich, das nachhaltige Grüne Konzepte der Krise die Stirn bieten können und zugleich auch eine Chance sind. Das habe schon das Erneuerbare Energien Gesetz gezeigt, mit dem damals die erste Rot-Grüne Regierung in Deutschland einen Paradigmenwandel in der deutschen Politik eingeleitet habe, so Oliver Keymis, an dem ja Jürgen Trittin, der „Vater des Grünen Wirtschaftswunders“ wie ihn Oliver schmunzelnd nennt, nicht ganz unbeteiligt gewesen sei.

Kommentare

    Keine Kommentare
Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld