Atomkraft

Einspruch gegen neues Kraftwerk in Niederlande

Macht mit und schickt eure Einwendungen gegen Borssele 2

Die Deutschen steigen aus, die Niederländer machen das Gegenteil: Während Deutschland aus der Atomkraft aussteigt und Länder wie Belgien und die Schweiz nachziehen wollen, setzen die Niederlande auf den Ausbau – konkret mit einem geplanten AKW-Neubau in der Provinz Zeeland. Dagegen können bis zum 12. Januar Einwendungen erhoben werden!

In Borssele südwestlich von Rotterdam, ca. 180 Kilometer entfernt von Aachen und 250 Kilometer von Düsseldorf, sollen unter Beteiligung des Energiekonzerns RWE direkt an der Küste ein oder zwei neue Meiler gebaut werden, einer ist dort bereits in Betrieb. Das ist nicht ganz ohne. Sollte es in Borssele zu einem Unglück kommen, könnte der Wind auch zu uns radioaktive Emissionen tragen.

Einwendung erheben!

Der Atomausstieg macht nicht an der Grenze halt. Deshalb wollen wir gegen den geplanten Neubau in den Niederlanden das tun, was wir tun können. Derzeit läuft bis zum 12. Januar die Einwendungsfrist gegen die AKW-Neubaupläne bei der niederländischen Regierung. Auch Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen können Einwendungen gegen das Projekt machen. Gut wäre eine möglichst breite Beteiligung aus NRW. Deshalb findet ihr nachfolgend eine Mustereinwendung, die individuell angepasst werden kann. Wichtig: Die Einwendung muss per Brief an die genannte Adresse geschickt werden!!

Noch ein Hinweis: Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz bietet einen Sammeleinspruch an, für den bundesweit Unterschriften gesammelt werden können.

Macht mit und verschickt eure Einwendungen!

Mustereinwendung

Eigene Adresse xxx

Bureau Energieprojecten
Inspraakpunt Tweede kerncentrale Borssele
Postbus 223
NL - 2250 AE Voorschoten

 (Datum)

Geplanter Bau eines neuen Atomkraftwerkes in Borssele

Sehr geehrte Damen und Herren,

Hiermit erhebe ich Einspruch gegen den beantragten Bau des 2. Atomkraftwerks in Borssele.

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich in einem parteiübergreifenden Konsens entschieden, aus der Atomkraft auszusteigen. Auch Belgien und die Schweiz werden die Nutzung der Atomkraft beenden. Andere Staaten wie Italien wollen gar nicht in die Nutzung der Atomkraft einsteigen oder haben zumindest keine Ausbaupläne.

Ich erwarte daher auch von den Niederlanden, Atomkraftwerke abzuschalten und erst recht keine neuen Atomkraftwerke zu bauen. Die Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima haben gezeigt, dass die Atomkraft eine nicht verantwortbare Technologie ist. Hinzu kommt die weltweit nach wie vor ungelöste Endlagerfrage. Wir hinterlassen in einer historisch betrachtet sehr kurzen Phase der Atomkraftnutzung unseren Nachkommen für tausende Generationen hochradioaktiven Müll mit all seinen Problemen und Risiken.

Die Ressourcen an spaltbarem Material sind genau so begrenzt wie die Vorräte an Öl und Gas, und verstärken aufgrund ihrer Vorkommen die Importabhängigkeit Europas. Atomkraft ist auch in dieser Hinsicht kein Beitrag zu einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung.

Hinzu kommt, dass - wie die aktuellen Erfahrungen aus Finnland bestätigen – der Neubau von Atomkraftwerken nicht wirtschaftlich ist und am Ende nur durch erhebliche staatliche Subventionen möglich ist.

Zur Begründung im Einzelnen:

1.      Meine Grundrechte auf körperliche Unversehrtheit, Leben und Eigentum sind durch die Pläne zum Bau des AKW Borssele 2 gefährdet. Umweltverträglichkeit und Genehmigungsfähigkeit sind nicht gegeben. Atomenergie ist, ausweislich der endlosen Pannenserien von Three Mile Island über Forsmark, Tricastin, Stade, Krümmel und viele andere bis hin zu den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima, unbeherrschbar und nicht mit dem durch den EU-Vertrag und das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland garantierten Schutz der Bevölkerung vereinbar.

2.      Da ich mit meiner Familie in ????????? und damit nur ????? Kilometer von Borssele entfernt wohne, können radioaktive Stoffe von Borssele über den Luftweg bis hin zu unserem Wohnsitz gelangen, sowie in unsere Atemluft und in die Nahrung.

3.      Ich befürchte Verseuchung und Verstrahlung durch Leckagen, Störfälle und Erdbeben, wie sie auch in anderen AKW weltweit eingetreten sind. Das AKW Borssele 2 würde eine zusätzliche Produktion und Lagerung von Atommüll verursachen und noch mehr Uran- und Atommülltransporte erfordern. Das Risiko von Transportunfällen und Flugzeugabstürzen nimmt zu, zumal Borssele in einem dicht genutzten Flugkorridor liegt; der radioaktive Fallout würde gerade angesichts der vorwiegenden Westwindlagen auch meinen Heimatort  ???????? erreichen.

4.      Der Standort von Borssele 2 direkt an der Küste auf Höhe des Meeresspiegels ist hochrisikoreich wie die Katastrophe von Fukushima vor Augen führt. Wahrscheinlich weniger ein Tsunami, dafür aber die Gefahr schwerer Sturmfluten, wie es sie an der Nordseeküste immer wieder gegeben hat, bedrohen die Sicherheit eines Atomkraftwerks. Mit einem durch den Klimawandel ansteigenden Meeresspiegel und zunehmenden Extremwetterlagen erhöht sich diese Gefahr noch weiter. Dass technische Sicherheitsvorrichtungen selbst in einer hochentwickelten Industrienation wie Japan am Ende immer begrenzt sind, zeigt Fukushima.

5.      Radioaktivität (Strahlung / Partikel) und z. B. tritiumhaltige Abwässer aus Borssele gefährden in der Nähe der Anlage und weiter entfernt Mensch und Natur. Bereits im sogenannten Normalbetrieb des AKW Borssele 2 würde Radioaktivität frei. In Deutschland dokumentierte 2007 eine Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz vermehrt Leukämiefälle bei Kleinkindern in AKW-Nähe. Die Ergebnisse der Studie müssen im Zusammenhang mit dem geplanten AKW Borssele 2 berücksichtigt werden.

6.      Bau und Betrieb des AKW Borssele 2 würden den lebensfeindlichen Uranabbau vermehren, und die Abhängigkeit der Niederlande von Uran-Importen erhöhen.

7.      Eine militärische Nutzung von Atombrennstoff und Atommüll der Reaktoren in Borssele kann grundsätzlich ebenso wenig ausgeschlossen werden wie Atomspionage. Das Risiko von Anschlägen sowie dem Diebstahl von radioaktivem Material durch Extremisten nimmt zu.

8.      Es wird kein Endlager geben, in dem der Atommüll, der im Reaktor Borssele 2 anfallen würde, wirklich sicher gelagert werden kann. Die negativen Erfahrungen der deutschen Endlagerprojekte Asse und Gorleben sind im Genehmigungsverfahren zu berücksichtigen. Auch in den Niederlanden ist mir kein sicheres Endlager für Atommüll bekannt.

9.      Die niederländische Provinz Zeeland ist eine stark von Tourismus geprägte Region. Auch ich habe dort bereits Urlaub gemacht. Für mich ist fraglich, ob ich Zeeland auch in Zukunft noch einmal als Urlaubsziel wähle, wenn die AKW-Neubaupläne tatsächlich realisiert werden.

Ich behalte mir vor, diesen Einspruch näher zu erläutern und zu ergänzen und beantrage kostenlos und laufend persönlich über den Stand des Verfahrens informiert zu werden.

In Erwartung Ihrer Stellungnahme verbleibe ich

(Unterschrift)

Kommentare

  1. Kathrin Groth
    Hallo, man kann nur auf niederländisch oder englisch Einspruch erheben, es wäre sehr hilfreich gewesen, wenn die Argumente auf dieser Seite ebenfalls auf Englisch formuliert worden wären. Die entsprechenden Fachbegriffe sind mir nicht auf Englisch bekannt. Schade...
  2. Barbara T
    Hier zu posten nützt rein gar nichts.

    Bei wirklichem Interesse einfach das Geld für das Auslandstelefonat investieren und die auf der Site genannte Nummer 0031703798979 anrufen!
    Dort spricht und versteht man auch deutsch!!!!!
  3. Detlef Gerdts Osnabrück
    Keine neuen Atomkraftwerke in den Niederlanden und das alte AKW schnellstens abschalten!!
  4. Gerhard Losemann Duisburg
    Wir haben risikolose Energiequellen!
    Wir haben keine risikolose Endlagerung für Atomabfall!!!
    Wir dürfen unseren Kindern nicht unseren Gefahrenmüll hinterlassen!
  5. Frank Rodemann 47239 Duisburg
    Wier Menschen, Lebewesen und Tulpen brauchen keine strahlende Zukunft.
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