Interview

Interview

"Ich schätze vor allem die Debattierkultur"

Im Jahr 2010 haben wir unseren Mitgliederrekord brechen können - dank vieler neuer MitstreiterInnen, die NRW noch GRÜNER machen wollen. Wir haben Kathrin Schröter aus Dortmund gefragt, warum auch sie sich entschlossen hat: "Mit mir wird's was!"

Kathrin, wir freuen uns sehr, dich als Neumitglied willkommen zu heißen. Warum bist du den GRÜNEN beigetreten?

Sympathien für die GRÜNEN habe ich schon, seitdem ich mich mit Politik beschäftige. Konkret wurde die Sympathie dann mit dem Umzug aus meiner Heimat Thüringen nach Nordrhein-Westfalen. Vor ungefähr einem Jahr bin ich aus beruflichen Gründen nach Dortmund gezogen und da ich mich schon immer gesellschaftlich engagiert habe, wollte ich das auch gern in meiner neuen Stadt tun. So bin ich dann zum „Wurzelwerk“ der GRÜNEN gekommen, also zum Ortsverband meines Stadtbezirks.

Was gefällt dir an der Arbeit im Ortsverband?

Für mich ist das eine tolle Gelegenheit, meine neue Heimat kennen zu lernen und mit zu gestalten. Was ich bei den GRÜNEN besonders schätze, ist die Debattierkultur, das differenzierte Denken, was sich eben auch bei uns im Ortsverband widerspiegelt. Im Dezember habe ich mich dann entschieden, Mitglied bei den GRÜNEN zu werden.

Gab es da einen speziellen Anlass?

Nein, den gab es nicht, auch wenn die GRÜNEN momentan stark von der Schwäche der schwarz-gelben Bundesregierung profitieren. Die Themen der GRÜNEN, vor allem die Einsicht, dass man nachhaltige, zukunftsorientierte Politik betreiben sollte, die eben nicht auf Kosten künftiger Generationen gehen darf, finde ich entscheidend. Soziale Gerechtigkeit, Integration und die Bildungsreformforderungen, die spätestens seit dem PISA-Schock auf der Agenda stehen, sind für mich als angehende Lehrerin Themen, die mich ganz besonders beschäftigen.

Was stört dich denn an den anderen Parteien? 

Womit ich absolut nicht konform gehe, ist jegliche Form von Radikalität. Ansonsten vermisse ich oft eine gewissen Entschiedenheit und den Mut, innovative Wege zu gehen. Was ich an den GRÜNEN besonders schätze, sind die Gleichstellungsforderungen. Die gleichberechtigte Partizipation von Frauen und Männern in der Politik ist ein Ziel, dass ich auch für andere Parteien erstrebenswert finde.

Ein wirklich wichtiges Thema für die GRÜNEN. Mit welchen Dingen willst du dich vor Ort noch auseinander setzen?

Bei uns im Ortsverband stehen ganz unterschiedliche Themen auf der Agenda und die Kommunalpolitik finde ich insgesamt sehr spannend. Deshalb kann ich mich da nicht auf ein spezielles Thema festlegen. Ich finde es einfach toll, GRÜNE Politik unmittelbar „vor der Haustür“ zu betreiben. In dem Kontext kandidiere ich momentan für das Amt der Sprecherin des Ortsverbandes. Im März ist dann die Wahl, auf die ich schon gespannt bin. Ansonsten liegt mir ein gerechtes Bildungssystem am Herzen, in dem weniger die soziale Herkunft als die eigene Leistung die berufliche Perspektive festlegt. Schön wäre es, wenn wir ein Schulsystem hätten, dass mehr auf die natürlichen Bedürfnisse von Lernenden ausgerichtet ist.

Du hast also noch viel vor und willst Engagement zeigen - wie hat dein Umfeld auf deinen Entschluss reagiert?

Die Reaktionen waren ganz unterschiedlich. Im Freundeskreis, der primär auch aus dem Wählerklientel der GRÜNEN besteht, fand ich vor allem Anerkennung dafür, mich ehrenamtlich zu engagieren. Auch bei meinen Eltern habe ich da vollste Unterstützung. Ansonsten stößt man ja immer wieder auf Andersdenkende, die die GRÜNEN polemisch als „Dagegen-Partei“ stilisieren und die nur mäßig gesprächsbereit sind.

Wie würdest du denn diese Leute von GRÜNER Politik überzeugen wollen?

„Überzeugen“ klingt so missionarisch und das ist nicht meine Absicht. Aber es gibt viele Argumente, die für eine Mitgliedschaft bei den GRÜNEN sprechen. Zum einen ist vor allem der nachhaltige Umweltschutz ein Anliegen, dass jeden zukunftsorientiert denkenden Menschen wichtig sollte. Alltagsbeispiele gibt es dafür genug. Es ist doch absurd, für 20 € von Frankfurt nach London fliegen zu können. Bei den Preisen muss es Verlierer geben und das ist neben dem Flugbegleit- und Flughafenpersonal vor allem die Umwelt. Zum anderen hat es auch innerhalb der GRÜNEN eine Entwicklung hin zu einer gemäßigt-pragmatisch, aber dennoch bestimmt auftretenden Partei gegeben, deren politisches Programm eine immer breitere Masse anspricht. Das Stereotyp vom wollpullitragenden Alt-68er, für den Ökologie und Ökonomie unvereinbar gegenüberstehen, ist längst obsolet geworden.


Kathrin Schröter (24) ist Promotionsstudentin und Lehrbeauftragte an der Ruhr-Universität Bochum im Fachbereich "Didaktik der Geschichte". Seit Dezember 2010 ist sie Mitglied der GRÜNEN und im Kreisverband Dortmund aktiv.

Kommentare

  1. jochen weichert dortmund
    Eine kluge Frau mit gutem. ANSATZ. SICHER WIRD. SIE. ES NOCH WEIT BRINGEN!
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