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6. Juli 2010

Verhandlungen erfolgreich beendet

Gemeinsam neue Wege gehen - Der Vertrag steht!

So schnell wurde in NRW noch nie ein Koalitionsvertrag entworfen: Heute stellten Grüne und SPD gemeinsam ihren Entwurf der Öffentlichkeit vor, der ein sehr gutes Ergebnis vertrauensvoller Zusammenarbeit darstellt.

Abgelegt unter: Aktuelles, Landespolitik

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Grüne und SPD sind sich einig: Das Arbeitsklima von Rot-Grün war vom beiderseitigen Ziel des Gelingens geprägt. Natürlich gab es auf beiden Seiten unterschiedliche Ansichten und Auffassungen, die aber sach- und lösungsorientiert ausdiskutiert worden sind.

Unsere Grüne Handschrift ist eindeutig erkennbar und unsere Forderungen aus dem Wahlkampf kann man deutlich aus dem Koalitionsvertrag herauslesen. So werden Gemeinschaftsschulen vor Ort in den Kommunen ermöglicht, Studiengebühren ab dem Wintersemester 2011/2012 abgeschafft. Den finanzschwachen Kommunen wird durch Konsolidierungshilfen unter die Arme gegriffen und wieder mehr Handlungsspielraum gegeben. Auch der Klimaschutz wird groß geschrieben. So wollen wir den CO2-Ausstoß bis 2020 um 25 Prozent gegenüber 1990 verringern und ein verbindliches Klimaschutzgesetz auf den Weg bringen, denn als Energieland kommt uns bei der Erfüllung von Klimaschutzzielen eine besondere Verantwortung zu.

Verantwortung für Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen steht jetzt also vor wichtigen Weichenstellungen. Das Land muss schwierige soziale, wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen meistern – in der Bildungspolitik, in der Wirtschafts- und Sozialpolitik, in der Umwelt- und Klimapolitik. Diese Herausforderungen sind zugleich eine große Chance.

Das Wahlergebnis vom 9. Mai 2010 stellt die Parteien und die nunmehr fünf Fraktionen im Landtag zusätzlich vor eine schwierige Aufgabe. Nachdem eine Regierungsbildung auf der Basis einer absoluten Mehrheit im Landtag nicht zustande gekommen ist, haben sich die Sozialdemokratische Partei und Bündnis 90/Die Grünen entschlossen, gemeinsam eine Minderheitsregierung zu bilden.

Wir stellen uns der Verantwortung. Wir wollen mutige Schritte auf dem Weg der sozialen und ökologischen Erneuerung des Landes gehen. Wir laden die Bürgerinnen und Bürger, die gesellschaftlichen Gruppen, Vereine und Verbände, die Gewerkschaften und die Unternehmen genauso wie die Kirchen und die anderen Religionsgemeinschaften ein, diesen Weg mit uns gemeinsam zu gehen. Diese Einladung richten wir ausdrücklich auch an die anderen Parteien und Fraktionen des Landtages. Unser erklärtes Ziel ist es, den Zusammenhalt in Nordrhein-Westfalen zu stärken.

Der vollständige Koalitionsvertrag wird am morgigen Mittwoch (6. Juli) gegen ca. 18:00 Uhr online verfügbar sein.

Ressortzuschnitte stehen fest

Auch festgelegt ist bereits der Zuschnitt der zukünftigen Ministerien. Personalentscheidungen werden jedoch erst nach der Wahl von Hannelore Kraft zur Ministerpräsidentin getroffen.

Die SPD stellt die Ministerpräsidentin und die Leitung folgender Ministerien:

  • Staatskanzlei
  • Finanzministerium
  • Ministerium für Inneres und Kommunales
  • Justizministerium
  • Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr
  • Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung
  • Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales
  • Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport

Bündnis 90/Die Grünen stellt die stellvertretende Ministerpräsidentin und die Leitung folgender Ministerien:

  • Ministerium für Schule und Weiterbildung
  • Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz
  • Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter

Schwarz-Gelb hat uns einen Schuldenhaufen überlassen

Bei all der Freude über den gemeinsamen Gestaltungswillen wurde während der Verhandlungen deutlich: Wir müssen weiter Schulden machen und einen Nachtragshaushalt beantragen, weil Schwarz-Gelb verschleiert hat, wie schlecht es um die Landesfinanzen wirklich steht. Dafür verantwortlich ist insbesondere Finanzminister Helmut Linssen. Der aktuelle Haushalt ist dramatisch unterfinanziert, was vor allem die Hilfen für die WestLB und die bereits zugesagten Ausgaben im Bildungsbereich und für die Kommunen betrifft.

Erste Reaktionen auf den Koalitionsvertrag

Der BUND in NRW sieht in dem Kolitionsvertrag eine "Weichenstellung für eine zukunftsfähige Energiepolitik".

Richtige Antworten von Rot-Grün auf zentrale Zukunftsfragen - meinen BUND, DUH, NABU, Campact und die Klimaallianz

Der DGB meint: Der Koalitionsvertrag greift wichtige Forderungen der Gewerkschaften auf

Ver.di findet: Koalitionsvertrag ist eine gute Perspektive für einen Politikwechsel in NRW

Auch Tierschutzwatch begrüßt die Inhalte des Koalitionsvertrages

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Kommentare

Ich bin sehr auf den Koalitionsvertrag gespannt und erwarte eine deutliche grüne Handschrift. Denn eine rein personelle Verteilung von 8:3 Ministerien zugunsten der SPD entspricht nicht dem Stimmenverhältnis. Das muss durch Inhalte, die zugegebenermaßen viel wichtiger sind als Posten und Ämter, ausgeglichen werden!

Ralf Simon 6. Juli 2010, 18:53 Uhr

und nun herr trittin (baron münchhausen)alles lüge, hunderttausende haben grün gewählt, weil man hoffnung hatte gegen die eon machenschaften und andere großkonzerne . in datteln und dem ruhrgebiet werden die grünen keinen blumetopf mehr gewinnen und die linken haben immer mehr zuspruch , zu recht , denn die lügen nicht so dreist.
leute, geht zum BUND (die und andere umwelt verbände helfen uns weiter)und vergesst diese angeblich grüne partei --ich weiß noch wie die grünen gegründet worden sind, und heute mitläufer und machtgeil, einfach peinlich frau löhrman , aber die nächste wahl kommt ,und da verarscht ihr uns nicht mehr

super bildung in nrw und wenn die kids aus der schule kommen ersticken sie im dreck ---wunderbar
das herr trittin und frau löhrmann sich überhaupt noch trauen in den spiegel zu gucken nach der nummer

udo buehrke 6. Juli 2010, 19:28 Uhr

Sehr interessante Formulierungen. Insbesondere die Adjektive im Bezug auf Europa. Da ist die Rede von transparent und nachhaltig. Irgendwie lebt ihr leider alle woanders als euer Volk.

Franz 6. Juli 2010, 20:15 Uhr

Hallo,
bei der unfairen Ministeriumsverteilung (warum nicht mal ein(e) grüne(r) Wirtschaftsminister(in) ?) bin ich gespannt auf den Koalitionsvertrag. Der muss dann ja sehr GRÜN sein.

Patrick Heuwes 6. Juli 2010, 20:32 Uhr

Hallo,
lese hier gerade immer von unfairen Ministerienverteilung. Entspricht aber nach allen Berchnungsverfahren der Verteilung nach Prozenten. Also da haben sich die GRÜNEN nicht über den Tisch ziehen lassen und Inhalte gehen eh vor!
Bin aber schon gespannt, wer neben Sylvia noch auf die Regierungsback rückt.
Liebe Grüße
Hans

Hans 6. Juli 2010, 21:49 Uhr

Oben empfiehlt jemand den Beitritt zum BUND (was ja ok ist) - hier die Stellungnahme des BUND zum Koalitionsvertrag.

"Weichenstellung für eine zukunftsfähige Energiepolitik"

BUND zum Energiekapitel des Koalitionsvertrages / Rücknahme der "Lex
E.on" wird begrüßt / Vereinbarungen zur Braunkohle ambivalent

Als "Weichenstellung für eine zukunftsfähige Energiepolitik" wertete der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den heute vorgestellten Entwurf des Koalitionsvertrages. "Auch wenn sich die SPD mit der Abkehr von der klimaschädlichen Kohle teilweise sichtbar schwer tut, wird jetzt der Weg für die energiewirtschaftliche Erneuerung Nordrhein-Westfalens frei. Das schafft neue Arbeitsplätze und stärkt den Wirtschaftsstandort NRW", sagte Paul Kröfges, Landesvorsitzender des BUND.

Martin 6. Juli 2010, 22:21 Uhr

Schon ist absehbar: Der Koalitionsstart ist schon mal besser als 1995 und 2000. Dabei ist es nur eine Minderheitsregierung mit geringer zeitlicher Reichweite. Oder anders gesagt nur ein Durchgangsstadium zu Neuwahlen in NRW. Deshalb: Nur cool bleiben!

Felix Velastro 6. Juli 2010, 23:52 Uhr

Schade, nur einen satz zum Tierschutz im kurzen Koalitionsvertrag. Sieht die längere Version auch so aus? Dann bin ich sehr enttäuscht, denn im Wahlprogrammw aren wesentlich mehr Ziele im Tierschutzbereich manifestiert worden. Ich kann nur hoffen, dass der Tierchutz nicht, wie so häufig auf Landesbene, unterm Koalitionstisch gefallen ist.

GoVegan! 7. Juli 2010, 01:02 Uhr

Fazit also: Schrittweise Einführung eines Schulsystems nach dem Bremer Modell. So wird's gerecht: Niemand darf für individuelle Leistung individuell belohnt werden. Bremen hat gezeigt, wie "Bildungsgerechtigkeit" funktioniert.

Privat Datenschutz 7. Juli 2010, 08:29 Uhr

Die WählerInnen in NRW werden sehr genau hinsehen, ob der angekündigte soziale & ökologische Wechsel tatsächlich stattfindet!
Beim Umgang mit dem Problem Arbeitslosigkeit und den vielen, vielen teilweise langer Zeit betroffenen Menschen werden sich die Geister scheiden, wie man so sagt.
Die Welt ist keine Ware - und Menschen noch weniger!

... weder hoffnungsvolle Erwartung noch pessimistische Kritik - nur ein mahnender Hinweis an Rot und Grün.

Twitter NRWwahl

Twitter NRWwahl 7. Juli 2010, 10:20 Uhr

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