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3. September 2011

Neonazi-Aufmarsch in Dortmund

GRÜNE beteiligen sich am friedlichen Protest

Unterstützt von Glockengeläut haben es die DemonstrantInnen geschafft, sich an der Paulus-Kirche mit einer friedlichen Sitzblockade den Neo-Nazis in den Weg zu stellen. Wir GRÜNE beteiligten uns an den Gegenaktionen mit 10.000 TeilnehmerInnen zum Aufmarsch von rund 700 Neonazis zum Antikriegstag in Dortmund.

Abgelegt unter: Rechtsextremismus, Veranstaltung
Blockade gegen den Neonazi-Aufmarsch in Dortmund

Die Aktionen begannen am Morgen mit derÖffnet externen Link in neuem Fenster Kundgebung des Bündnisses "Dortmund nazifrei!" an der Schützenstraße/Goethestraße. Mit dabei: Unsere  GRÜNE Landesvorsitzende Monika Düker und die Sprecherin der GRÜNEN Jugend Marie Dazert, die auf der Kundgebung redete. Mehrere Hundert Teilnehmer versammelten sich dort und setzten ein friedliches Zeichen gegen Rechtsextremismus.

An dieser Stelle erscheint ein eingebundenes Video von einem Video-Portal. Die Einbindung benötigt aktiviertes JavaScript und Flash. Wenn Du diese Nachricht siehst, ist eines von beiden bei Dir nicht aktiviert. Die direkte URL zu dem Video auf diesem Portal findest Du hier: http://www.youtube.com/watch?v=YTC_4sydoFc.

"Heute setzt Dortmund ein klares Zeichen gegen den Nazi-Aufmarsch, der hier jährlich zum Antikriegstag statt findet",

sagte Monika zu Beginn der Protestaktionen. Die Kreisvorsitzende der GRÜNEN, Hilke Schwengeler ergänzte: 

"Wir wollen auf Dauer verhindern, dass Dortmund zur Hauptstadt der braunen Pest wird".

Gegen 9.45 Uhr hörten wir, dass am Hauptbahnhof viele Nazi-Gegner blockiert werden, die zu einer der Demos wollen. Dabei hatte die Polizei zuvor zugesagt, dass genau dies nicht geschehen soll.

Erfolgreiche Sitzblockade

Zeitgleich passiert das, was zuvor noch nie bei einer Anti-Nazi-Demo in Dortmund funktioniert hat: "Wir haben es geschafft – die erste friedliche Blockade in Dortmund steht", stellte der Kreisvorsitzende der Dortmunder GRÜNEN, Remo Licandro, einer der Sitzblockierer, fest.“ Einigen Dutzend Demonstranten und Demonstrantinnen, die dem Aufruf des Bündnisses „Dortmund nazifrei!“ zur friedlichen Blockade gefolgt waren, bildeten eine Sitzblockade in der "roten Zone" an der Schützenstraße/Kirchstraße  – darunter einige GRÜNE.

Es geht länger als gedacht

Diese Sitzblockade ist kurz darauf angemeldet, soll eigentlich nur bis 14 Uhr geduldet werden, bestand dann aber doch darüber hinaus. Der Erfolg war am Ende kurz vor 16 Uhr: Diese Blockade blieb bestehen, so dass die Neonazis umgeleitet wurden. Die Gastronomen der Nachbarschaft versorgen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit Getränken und Essen, die das sehr zu schätzen wissen. „Diese Aktion ist wirklich ein Erfolg“, hieß es schnell.

Remo Licandro fasst das Anliegen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer so zusammen:  „Wir sitzen hier auf der Nazi-Route und wir werden sie auf jeden Fall nicht durch lassen. Wir sind froh, dass wir endlich mal gezeigt haben, dass Dortmund auf die Straße geht und sich den Nazis in den Weg setzt – nach dem Motto: Kein Fuß breit den Nazis!“

Was an anderen Stellen geschieht

Mehrere Hundert GRÜNEN, Falken und andere versammelten sich an der Ecke Münsterstraße/Mallinckrodtstraße.

An Kundgebung und Demonstration des Arbeitskreises gegen Rechts beteiligen sich am Mittag etwa 3.000 Menschen. Der Zug zieht zunächst in Richtung der friedlichen Sitzblockade.

Seit dem Vormittag kommt es an anderen Stellen zu Zwischenfällen. Linksautonome bzw. gewaltbereite Personen versuchen, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Von ersten leicht Verletzte und ersten Festnahmen ist zu hören. Linksautonome hatten sich offenbar an mehreren Stellen getroffen. Mehrere Gruppen von ihnen sind zwischenzeitlich eingekesselt worden. Am Mittag setzte die Polizei auch einen Wasserwerfer und Schlagstöcke ein.

Kurz vor dem Aufmarsch der Neonazis dann richtige Krawalle mit Linksextremisten. Die Polizei spricht von 1.500 Autonomen, die versuchten, durch die Polizeisperren zu kommen. Polizisten wurden mit Pfefferspray, Feuerwerkskörpern und Steinen beworfen.

Die GRÜNEN distanzieren sich klar von Gewalt und verurteilen die Gewaltbereitschaft von linksautonomen Gruppen!

Kleinerer Aufmarsch

Während sich an der Katharinentreppe Hunderte Menschen zu Kundgebung und Protestzug des Dortmunder Arbeitskreises gegen Rechts versammeln, sind nach Polizeiangaben deutlich weniger Neonazis in der Stadt als erwartet. Gegen 14 Uhr setzen sich rund 700 Neonazis in Bewegung - zwar deutlich weniger als erwartet, aber immer noch viel zu viele.

Öffnet externen Link in neuem FensterAktuelle Fotos gibt es bei flickr.

 

Archiv: Ankündigung

Zum siebten Mal in Folge wollen Rechtsextreme hier Anfang September zum Antikriegstag ihre rassistischen Parolen verbreiten und die Opfer von Krieg und Faschismus verhöhnen. Dazu mobilisieren sie europaweit. Bis zu tausend Neonazis werden am 3. September in Dortmund erwartet. Damit hat sich Dortmund leider zum größten Aufmarschplatz der Neonazis in Westdeutschland entwickelt.

Mit vielen anderen Verbänden, Parteien und Initiativen sagen auch wir Grüne: Es reicht! In Dortmund ist wie in anderen Orten kein Platz für rechtsextremistische und antisemitische Hetze oder für Versuche, unserer freiheitlich demokratische Kultur zu schaden. Dortmund steht wie ganz Nordrhein-Westfalen für Toleranz, Demokratie, Weltoffenheit und Völkerverständigung. Deshalb unterstützen wir die in Dortmund geplanten friedlichen Gegenaktionen zum Neonazi-Aufmarsch.

Wir rufen dazu auf, sich den Aktionen des Öffnet externen Link in neuem FensterDortmunder Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus und von Öffnet externen Link in neuem FensterDortmund nazifrei! Bündnis demokratisches Dortmund anzuschließen, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen und deutlich zu machen: Wir schauen dem braunen Treiben nicht einfach zu.

Ort und Uhrzeit 

1. Kundgebung und Blockade des Bündnisses Dortmund Nazifrei! ab 9 Uhr

Angemeldet von 8 bis 11 Uhr (möglichst um 9 Uhr vor Ort sein!) findet in der Nordstadt in der Nähe des Aufmarschgebietes der Nazis eine Kundgebung des Bündnisses Dortmund Nazifrei! statt. Treffpunkt ist die Kreuzung Schützenstraße/Goethestraße. Anreise: von Dortmund Hauptbahnhofmit der U-Bahn-Linie U41 bis zur Haltestelle Lortzingstraße, von dort zu Fuß in Richtung Norden, und links in die Goethestraße einbiegen.

Diese Kundgebung ist auch Anlaufpunkt für die geplante friedliche Sitzblockade.

2. Demonstration und Familienfest gegen Nazis um 12 Uhr

Um 12.00 Uhr startet ein Demonstrationszug von der Katharinentreppe vor dem Haupteingang des Dortmunder Hauptbahnhofs in Richtung Nordstadt. Dort findet dann von 14 bis 16 Uhr an der Münsterstraße ein Familienfest gegen Nazis statt ("Dortmund bunt statt braun").

Weitere Informationen

Aktuelle Informationen und eine Karte zum Download und Ausdrucken sind ab Donnerstag, den 1. September auf der Öffnet externen Link in neuem FensterSeite der Dortmunder Grünen abrufbar.

Anreise und Übernachtung am Freitag

Wer schon am Tag vorher anreisen will/kann, melde sich bitte unter Angabe seiner/ihrer Telefonnummer per Mail an: dritterseptember2011(at)gruene-dortmund.de. Diese bemühen sich um ausreichend Schlafplätze.

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Kommentare

wo in dortmund

robin 25. August 2011, 16:20 Uhr

Hallo Robin, das ist aktuell noch nicht bekannt. Sobald wir es wissen, reichen wir es nach.

Die GRÜNEN NRW 26. August 2011, 12:22 Uhr

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