Unkonventionelles Erdgas
Fracking darf Mensch und Umwelt nicht schaden

Das Thema Fracking bzw. unkonventionelles Erdgas beschäftigt uns Grüne in NRW schon eine ganze Weile. Als im letzten Jahr durch eine Anfrage unserer Landtagsfraktion bekannt wurde, dass Unternehmen wie Exxon Mobile und Wintershall ihre Claims auf mehr als der Hälfte der Landesfläche abgesteckt haben, haben wir das Thema auf die politische Agenda geholt.
In Zusammenarbeit mit den Bürgerinitiativen und Grünen Kreisverbänden vor Ort haben wir uns intensiv damit auseinandergesetzt und uns beim letzten Landesparteitag in Emsdetten klar positioniert: Der Schutz des Grundwassers vor giftigen Chemikalien, der Umwelt und die Gesundheit der Menschen stehen für uns Grüne in NRW ganz klar im Vordergrund.
Bergrecht muss dringend geändert werden
Mit der rot-grünen Landesregierung haben wir Grüne erreicht, dass das Fracking-Verfahren nicht angewendet werden darf, bevor mögliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt in einem Gutachten untersucht worden sind.
Doch um die Förderung des unkonventionellen Erdgases mit giftigen Chemikalien rechtssicher untersagen zu können und umfangreiche Umweltverträglichkeitsprüfungen sowie Bürgerbeteiligung zu ermöglichen, muss das Bergrecht auf Bundesebene dringend geändert werden. Eine Bundesratsinitiative der NRW-Landesregierung zur Änderung des Bergrechts wurde von CDU und FDP allerdings blockiert.
Norbert Röttgen zeigt nur Desinteresse
Während sich Norbert Röttgen als Chef der NRW-CDU lautstark gegen Fracking positioniert, sieht er als Bundesumweltminister jedoch keinen Bedarf zur Änderung des Bergrechts. Reaktionen der Bundesregierung auf Initiativen der Grünen Bundestagsfraktion zeugten immer wieder von großem Desinteresse.
In Niedersachsen, wo schon seit über 30 Jahren unkonventionelles Erdgas mittels Fracking gefördert wird – ohne, dass die Öffentlichkeit über die enormen Risiken aufgeklärt wurde – hat die CDU/FDP-Regierung inzwischen ebenfalls eine Bundesratsinitiative zur Änderung des Bergechts auf den Weg gebracht. Die hat allerdings zum Ziel, die Umweltstandards zu Gunsten von Fracking weiter aufzuweichen.
Große Verunsicherung in den betroffenen Gebieten, kaum landesrechtliche Möglichkeiten, eine völlig unglaubwürdige CDU, die mal dagegen und mal dafür ist und eine Bundesregierung, die sich der Problematik total verweigert: Höchste Zeit, das Thema auf Bundesebene in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken!
BDK-Antrag fordert umfassende Novellierung des Bergrechts
Wir Grüne in NRW haben deshalb Kontakt zum Grünen Landesvorstand in Niedersachsen aufgenommen. Gemeinsam haben wir einen Antrag für die BDK in Kiel erarbeitet, in dem wir eine umfassende Novellierung des Bundesberggesetzes fordern.
Wir brauchen u.a. Umweltverträglichkeitsprüfungen im Bergrecht, die umfassende Information der Öffentlichkeit über Fördermethoden und verwendete Stoffe, Verfahren zur Bürgerbeteiligung und den Ausschluss von wassergefährdenden und toxischen Stoffen bei jeder Aufsuchung und Förderung von Rohstoffen.
Nein zu gesundheitsgefährdender Technologie
Für uns Grüne ist dabei ganz klar: Wir lehnen eine unkonventionelle Erdgasförderung ab, die wassergefährdend, umweltschädlich und gesundheitsgefährdend ist.
Doch ebenso wichtig wie unsere klare Positionierung ist es, die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Denn nur so können wir die Bundesregierung aus ihrer Lethargie holen und die CDU in Land und Bund dazu bringen, endlich Farbe zu bekennen.
Irene Mihalic ist seit 2010 Vorstandsmitglied der Grünen NRW. Die Autorin ist außerdem Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Energie.
Kommentare
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InfoDialog Fracking -
Heribert Houben Gladbeck Die Förderung unkonventioneller Gasvorkommen muss verboten werden.
Es handelt sich um eine Hochrisikotechnologie, deren Folgen nicht kontrollierbar, nicht rückholbar und nicht reparierbar sind. Alle bisher erprobten Techniken, sind zu risikoreich für Umwelt, Mensch und Ressourcen. Bei Unfällen gibt es keine Gegenmaßnahme, die angewendet werden könnten.
Die Freigabe des Genehmigungsprozesses für unkonventionelle Gasvorkommen, noch bevor die Studie überhaupt begonnen wurde, ist nicht nachzuvollziehen.
Man diskutiert so lange bis überall die Bohrtürme stehen und dann heißt es einmal mehr "alternativlos"...
Man gewinnt langsam den Eindruck, dass es den Konzernen gar nicht um das wenige Zusatzgas geht, sondern um die gezielte Zerstörung der Wasservorräte.
Gibt es da schon einen Deal mit Nestlé oder Veolia?? Und nicht zuletzt:Wasser in Kanistern steigert ja auch den Ölverbrauch ganz erheblich..





So werden gerade die möglichen Risiken durch Fracking - z.B. die Frage, inwieweit Frac-Einsätze wassergefährdend, umweltschädlich oder gesundheitsgefährdend sein können - im neutralen Expertenkreis und dem Arbeitskreis der gesellschaftlichen Akteure diskutiert: http://dialog-erdgasundfrac.de/fracking-experten-im-gespraech
Die Prozessbegleiter laden die interessierte Öffentlichkeit ein, sich auf der Webseite des InfoDialoges Fracking ein eigenes Bild zu machen und sich ausführlich über die Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten anhand der Frac-Methode zu informieren: http://dialog-erdgasundfrac.de/
Betroffene aus den ExxonMobil-Aufsuchungsgebieten werden zudem ausdrücklich gebeten, sich auf der Plattform zu registrieren und aktiv am Dialogprozess zu beteiligen.