Bildung

Flugblatt: Studienplatzoffensive für NRW

Trotz der nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit ist auch in NRW bis 2020 von einem weiter steigenden Bedarf an hoch qualifizierten Fachkräften auszugehen.

NRW braucht Fachkräfte

Trotz der nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit ist auch in NRW bis 2020 von einem weiter steigenden Bedarf an hoch qualifizierten Fachkräften auszugehen. Um diesem wachsenden Bedarf gerecht zu werden, brauchen wir in NRW in den nächsten Jahren deutlich mehr HochschulabsolventInnen.

Immer mehr AbiturientInnen in NRW

Gleichzeitig kommt auf NRW eine weitere Herausforderung zu: Die Zahl der SchulabgängerInnen mit einer Berechtigung zum Hochschulzugang wird, u.a. aufgrund geburtenstarker Jahrgänge und der Verkürzung der Schulzeit auf zwölf Jahre, noch bis 2013 ansteigen. Aufgabe der Politik muss es sein, diesen jungen Menschen einen Studienplatz anzubieten. Für mehr Bildungsbeteiligung und Zugangsgerechtigkeit ist dies unerlässlich.

30.000 neue Studienplätze

Um dem steigenden Bedarf zu begegnen, müssen in NRW in den nächsten fünf Jahren schrittweise mindestens 30.000 neue Studienplätze geschaffen werden. Statt der hierfür benötigten zusätzlichen 2 Mrd. Euro hat die CDU/FDP-Landesregierung jedoch bisher nur 250 Mio. Euro eingeplant; dieselbe Summe wird der Bund im Rahmen des so genannten "Hochschulpaktes" zwischen Bund und Ländern zur Verfügung stellen. Dies ist aus GRÜNER Sicht viel zu wenig, um den beschriebenen Herausforderungen zu begegnen.

Für eine echte Studienreform

Mehrbedarf entsteht zudem durch die intensivere Betreuung der Studierenden im Zuge der Umstellung der Studiengänge auf das Bachelor-Master-System. Im Hochschulpakt sind für diesen qualitativen Ausbau jedoch bisher noch keine Mittel vorgesehen.

Zugangsbeschränkungen durch NC´s und Studiengebühren sind der falsche Weg

Bis zu 5 Mrd. Euro zusätzlich benötigen die Hochschulen in NRW in den nächsten Jahren. Dies erfordert klaren Vorrang für Bildung im Haushalt. Weil aber von Bundes- und Landesregierung bisher nur ein Bruchteil dieser Summe in Aussicht gestellt wurde, reagieren die Hochschulen zur Zeit mit neuen Zugangsbeschränkungen und verschärften NC´s. Zusammen mit den von CDU und FDP eingeführten Studiengebühren hat dies bereits zum WS 2006/2007 zu einem massiven Einbruch der Einschreibungszahlen geführt - ein fatales Signal angesichts der Herausforderungen an eine moderne Wissensökonomie. Bildungschancen werden massenhaft verspielt: Studienberechtigte entscheiden sich statt eines Studiums für eine Ausbildung und verdrängen dort Haupt- und Realschüler.

GRÜNE fordern daher:

  • Bund und Land müssen ihre Verantwortung wahrnehmen und mehr Mittel für den quantitativen und qualitativen Ausbau der Hochschulen zur Verfügung stellen, statt Studierende mit Studiengebühren zu belasten.
  • Das Land darf die Zukunft von Hochschulstrukturen, Studienfächern und Lehrinhalten nicht dem so genannten "freien Markt" und den Hochschulräten überlassen.
  • Das Land muss dafür sorgen, dass die Lehre ein stärkeres Gewicht erhält, sowohl bei der Mittelverteilung als auch bei der Personalentwicklung an den Hochschulen.
     

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