Grüne Zeiten
Die Diskussionen vor der Denkfabrik haben längst begonnen
Auf den ersten Blick mag man ein wenig überrascht sein: Nein, es ist nicht der Klimawandel, die Energiepolitik oder die grüne Sozialpolitik, die die bisher lebhafteste Diskussion ausgelöst hat, sondern das Thema "Staat und Religion". "Ganz einfach: Staat und Religion sind strikt zu trennen" – eine provokante Forderung von Stephan, wie die weitere Diskussion zeigt. Gerade die Grünen könnten eine Diskussion über Kirchenpolitik beginnen – ohne die üblichen erhitzten Gemüter in dieser Frage, findet dagegen Johannes. Auch von der "Überwindung der Religion" ist die Rede, eine Formulierung die sofort Widerspruch provoziert. Spannend, was damit konkret gemeint sein könnte und zu welchen Ergebnissen der Workshop auf der Denkfabrik kommen wird.
Die Diskussion im Workshop "Schule von morgen" bezieht sich im Moment auf grundlegende Bildungsfragen: Rahmenbedingungen verbessern, Bildungsqualität verbessern, Weiterbildung verbessern sind hier Stichworte, denen sich bestimmt viele weitere hinzufügen lassen. Rainer wirft weitergehend die Frage auf, ob die Schülerinnen und Schüler heutzutage wirklich bis 17:30 Uhr in der Schule sitzen müssen und erinnert sich an seine Schulzeit zurück, in der der Unterricht bis maximal 12:45 Uhr ging. Aber wäre das wirklich heutzutage noch denkbar?
Europa muss sich weiter öffnen - für Flüchtlinge, für die Türkei und auch für afrikanische Länder. Hier sind sich die Kommentaren des Workshops "Festung Europa: - Wer darf rein, wer fliegt raus?" weitestgehend einig. Roman kritisiert daneben auch den "Wegschmeißwahn unserer westlich-zivilisierten" Welt, wie er gerade im Kinofilm "Taste the Waste" dokumentiert wird: Während in den Ländern der dritten Welt Hunger herrscht, werfen wir täglich tonnenweise Lebensmittel weg.
Die Zukunft der Männer, eine grüne Väterpolitik, eine gerechtere Rollenverteilung zwischen (berufstätigem) Mann und (berufstätiger) Frau und überhaupt Probleme, die sich aus der Geschlechterrollte ergeben sind Themen bei "Grünes Männermanifest meets Feminismus". Eine Feststellung dabei: "Wir leben in eine moderner Gesellschaft, in einer modernen Zeit,aber, dass wir immer noch nicht eine gerechte Rollenverteilung und die Gleichberechtigung geregelt haben ist schade!"
Erste Antworten gibt’s bereits auf die Frage, warum wir eine bessere Wirtschaft brauchen: "Wirtschaftlichkeit ohne Menschlichkeit ist Erbärmlichkeit", stellt Hasan fest. Das Konzept eines Wirtschaftsmodells der Zukunft wird angemahnt, genauso wie das nachhaltige Wirtschaften, wenngleich Jochen zu bedenken gibt, dass Gewinnstreben als Antrieb menschlichen und wirtschaftlichen Handelns unserer Gesellschaft nicht zu ersetzen sei. Zu einigen Workshops wird also schon fleißig im Vorfeld diskutiert, eingegrenzt und präzisiert. Spannende und teilweise auch emotionale Diskussionen, schon Vorfreude auf die Denkfabrik machen.
Bei einigen Workshops ist allerdings noch Luft, doch ihr könnt das ändern: Diskutiert mit, bringt euch ein, macht mit!
Kommentare
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Ulrich Schultz-Venrath Köln





bei den workshops fehlt mir einer zur "Zukunft der grünen Gesundheitspolitik!" Wie wollen die Grünen mit dem epidemiologisch stetig steigenden Anteil von psychisch Kranken in der Versorgung und präventiv umgehen?
Wir werden am 15.10.2011 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften deshalb eine Deutsche Gesellschaft für Gruppenanalyse und Gruppenpsychotherapie gründen...
Die Wirksamkeit und Effektstärken von Gruppenpsychotherapien im stationären, tagesklinischen und ambulanten Bereich sind eindrucksvoll. Gruppenpsychotherapien sind hilfreich für Patienten und eine aktuelle Lösung der Personalnot in den Kliniken...
Mit besten Grüßen
Prof. Dr. med. Ulrich Schultz-Venrath