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18. Dezember 2008

WAZ Mediengruppe: Offener Brief der GRÜNEN NRW

Demokratie braucht Medienvielfalt und Qualitätsjournalismus

Mit großer Sorge beobachten die GRÜNEN NRW die in der WAZ-Mediengruppe geplante Umstrukturierung und Neuausrichtung der Unternehmenspolitik, die mit einem erheblichen Personalabbau im Konzern verbunden sein sollen.

Abgelegt unter: Pressemitteilung, Medien

Die geplante Reduzierung der Belegschaft von WAZ, NRZ, WR und WP bewerten wir als tiefen Einschnitt in die Struktur der Redaktionen und wir teilen die Befürchtung, dass diese neuen Strukturen den Verlust von journalistischer Qualität und Vielfalt in der Region für viele Jahrzehnte bedeuten können, zu mal schon die enorme Monopolisierung des Zeitungsmarktes im Ruhrgebiet eine erhebliche Konzentration bedeutet, die zu einer Einschränkung der Vielfalt führt.

Auf dem Spiel stehen nicht nur Arbeitsplätze in den Lokalredaktionen - und damit  Eigenständigkeit und das differenzierte Profil der Lokalbe-richterstattung - auf dem Spiel steht damit auch ein Element kommunaler und regionaler Demokratie, das wir gerade in diesen gesellschaftlich schwierigen Zeiten für ausgesprochen wichtig und notwendig erachten. Denn vor Ort, in den Städten und Gemeinden, wird Demokratie für die Menschen vor allem dann erfahrbar und mitgestaltbar, wenn sie informiert sind.

Vor Ort ist es darum entscheidend wichtig, ein gedrucktes Meinungsforum zu bieten, politische Entscheidungsprozesse zu bewerten und Entscheidungen vorzubereiten und sie schließlich auch differenziert zu vermitteln. Demokratie wird immer auch vor Ort gelernt – und der Lokalteil der Zeitungen bestimmt nach unserer Auffassung erheblich die Qualität und Akzeptanz eines regionalen, wie über-regionalen Printmediums.

Als GRÜNE NRW werden wir die weitere Entwicklung der WAZ-Mediengruppe sehr genau mitverfolgen. Wir teilen dabei nicht nur Ihre berechtigten Sorgen um die Arbeitsplätze im Konzern in einer insge-samt schwieriger werdenden Zeit, sondern wir teilen auch die Sorgen und Befürchtungen um die noch bestehende Qualität und Vielfalt in unserer Zeitungslandschaft.  

Im Bewusstsein, dass auch die Medienunternehmen großen Herausforderungen gegenüberstehen, geben wir unserer Befürchtung Ausdruck, dass ohne eine Vielzahl engagierter Redakteurinnen und Redakteure, die mit genügend Zeit für Recherche und Wissen über zahlreichen Themen ausgestattet sind, der bisher gewohnte Qualitätsjournalismus der gesamten Rhein-Ruhr-Region in Frage gestellt sein könnte, wenn es zu den gravierenden Veränderungen kommt, von denen derzeit in der WAZ-Mediengruppe die Rede ist.  

Auch deshalb erklären wir uns mit dem Protest gegen diese Entwick-lungen solidarisch und sichern Ihnen zu: unsere politische Un-terstützung ist Ihnen gewiss.

Mit freundlichen Grüßen

 

Daniela Schneckenburger, Landesvorsitzende GRÜNE NRW
Arndt Klocke, Landesvorsitzender GRÜNE NRW
Oliver Keymis, MdL, Vizepräsident des Landtages NRW,
Kultur- und Medienpolitischer Sprecher der GRÜNEN im Landtag NRW

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