Polemisch und inhaltsfrei: Das wird dem politischen Aschermittwoch oft nachgesagt. Der Bundesvorsitzende der GRÜNEN, Cem Özdemir, hat im alten Pfandhaus in Köln vor rund 200 Leuten gezeigt, dass es auch anders geht. Witzig, frech, aber auch politisch inhaltlich präsentierte Cem seine rund dreiviertelstündige Rede, in der KT zu G. sein fett abbekam, genauso wie Bundesumweltminister und CDU-Landeschef Norbert Röttgen. Für seine Forderung nach stärkerem Engagement der EU in Nordafrika bekam Cem deutlichen, unterstützenden Applaus. Und das war solch ein Punkt, der sehr politisch inhaltlich war.

Zum Schluss bekam unser Bundesvorsitzender übrigens noch ein Glas GRÜNER Kölschgläser, einen GRÜNEN Karnevalsorden und ein schönes Ständchen des Kölner GRÜNEN Ratsfraktionschors. Aber das, was ihn am meisten überrascht haben dürfte, war wohl der Cem-Song von Jamaika Jupp. Reggae auf Kölsch mit der Frage: Der Cem, kann der nicht Bundeskanzler sein? Eine durchaus berechtigte Frage...

Die besten Zitate von Cem:

"Oder um es mit meinem Lieblings-Science-Fiction zu sagen: Wenn unser Winfried Kretschmann der Luc Skywalker von Baden-Württemberg ist, dann ist MP Mappus ganz sicher der Darth Vader."

"Es war ja so, dass Guttenberg quasi nebenbei auf Mission war die FDP fertig zu machen. Ob auf dem Schlachtfeld oder bei den Diplomaten, der Gutenberg war immer schon da, wo der Westerwelle hin wollte. Das gleiche mit Brüderle. Wenn Brüderle sich in Davos mit den Wirtschaftsführern treffen wollte, haben die ihm immer ausrichten lassen, dass sie sich schon mit Guttenberg treffen. Das ist jetzt vorbei. Ob es der FDP hilft, oder schadet, wenn Westerwelle und Brüderle jetzt wieder selber zu den Treffen gehen, da habe ich allerdings auch so meine Zweifel."

"Apropos Seehofer: Der hat ja letztes Jahr einen Einwanderungsstopp für Menschen aus "fremden Kulturkreisen" gefordert. Ich weiß nicht, ob er das mit seinem Gesundheitsminister Söder besprochen hatte. Der reist nämlich fleißig in die Vereinigten Arabischen Emirate und wirbt für den Medizinstandort München, wo sich reiche Araber operieren lassen, während ihre verschleierten Frauen zum Shoppen begleitet werden. Ja, da passt es dann mit dem Kulturkreis und der Burka offenbar dann doch. Es geht Seehofer nicht um Inhalte, sondern nur darum, Stimmungen zu bedienen oder zu schaffen."